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Corona-Krise: Notbetreuung für Kinder im Saarland startet reibungslos

Corona-Krise : Notbetreuung für Kinder im Saarland startet reibungslos

(dpa/gda/we/enz/ust) Just am Tag der großen Schulschließung meldet sich auch die Bundesbildungsministerin ab ins „Home Office“: Anja Karliczek (CDU) „hält sich an die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und arbeitet von zu Hause aus“, heißt es am Montag von ihrem Ministerium.

Sie habe in der vergangenen Woche an einer Veranstaltung teilgenommen, bei der eine Person anwesend gewesen sei, die mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Auf Nachfrage lässt ein Sprecher wissen: „Die Ministerin ist beschwerdefrei.“

Auch für bundesweit fast 15 Millionen Schülerinnen, Schüler und Kita-Kinder wird die eigene Wohnung oder das eigene Haus in den kommenden Wochen zum Lebensmittelpunkt. Im Saarland sind – wie in den meisten Ländern – bereits seit Montag alle Schulen und Kitas für den normalen Betrieb geschlossen. 

Geöffnet sind sie lediglich für eine Notbetreuung: Wer die nutzen will, braucht aber triftige Gründe. Die Regeln sind streng – auch im Saarland. Nur, wer nachweist, dass er in einem sogenannten systemkritischen Beruf wie Feuerwehr, Polizei oder Krankenpflege arbeitet und keine andere Betreuungsmöglichkeit findet, hat darauf Anrecht. Im Saarland lief die Notbetreuung für besonders dringende Fälle bereits am Montag an. Zudem wurden im Laufe Tages die Bedarfe über eine Abfrage bei den Erziehungsberechtigten ermittelt. Auf dieser Basis wird die Notbetreuung dann ab Dienstag in einem antragsbasierten Verfahren organisiert.

 Nach Auskunft des Bildungsministeriums verlief der Start reibungslos: „Wir haben erste Rückmeldungen aus den Landkreisen, Städten und Gemeinden, dass die Notbetreuung gut funktioniert.“ Das zeige, dass die Eltern und Erziehungsberechtigten dem Appell der Ministerin, ihre Kinder vornehmlich privat zu betreuen, gefolgt sind. Das sei wichtig, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Auch in anderen Bundesländern hielt sich der Andrang am Montag nach Berichten aus verschiedenen Schulen und Kitas noch in Grenzen – so auch im Nachbarland Rheinland-Pfalz: Nach einer vorläufigen ersten Bilanz des Mainzer Bildungsministeriums nahmen nur 731 der über 520 000 Schülerinnen und Schüler das Angebot einer Notbetreuung an – das entspricht einem Anteil von 0,14 Prozent. Einen Überblick zu den ebenfalls geschlossenen Kindertagesstätten gab es zunächst nicht.

Ferien haben die Schüler trotz der Corona-Schließungen nicht – sie sollen zu Hause lernen, soweit es geht. Bundesweit haben viele Schüler Material von ihren Lehrern bekommen, und es wird überall von digitalem Unterricht gesprochen. Ob und wie das funktionieren wird, ist offen. Das hängt von der digitalen Ausstattung der Elternhäuser ab und auch davon, wie fit Lehrerinnen und Lehrer im Umgang mit E-Mail, Lernplattformen im Netz und sozialen oder Schulnetzwerken sind.

Auch im Saarland hat man die Lehrkräfte nach Auskunft von Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) gebeten, „nach Möglichkeit Lernangebote an ihre Schülerinnen und Schüler zu machen, die ohne persönlichen Kontakt möglich sind“.

Das haben jetzt Schulen im gesamten Saarland in Angriff genommen: Schüler, Eltern und Lehrer sollen sich bemühen, „Kommunikationskanäle offen zu halten“, schreibt etwa der Leiter des Max-Planck-Gymnasiums Saarlouis, Christian Bravo-Lanyi. Für die Klassen elf und zwölf gibt es dort ohnehin ein schuleigenes „Lernmanagementsystem“ im Netz.

An der Luitpold-Grundschule in Homburg-Erbach hat man vieles bereits am Freitag geregelt. So wurden die Kinder mit Arbeitsplänen versorgt, hieß es von der Schule. Weitere Lerninhalte soll es über andere Kommunikationswege, etwa per E-Mail, geben. Außerdem sollen auf der Schul-Homepage Informationen bereitgestellt werden.