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Corona-Krise: Bundeswehr soll dem Saarland helfen

Kostenpflichtiger Inhalt: Streitkräfte sollen helfen : Saarland fordert in Corona-Krise offiziell Unterstützung der Bundeswehr an

Die Bundeswehr soll unter anderem mehrere Stationen betreiben, in denen Abstriche bei Corona-Verdachtsfällen genommen werden. Diese Stellen sollen nach dem Willen des saarländischen Innenministeriums in Kasernen untergebracht werden.

Zur Bewältigung der Corona-Krise hat das Saarland jetzt offiziell die Unterstützung der Bundeswehr angefordert. Das Innenministerium stellte mehrere Anträge auf Amtshilfe an die Streitkräfte.

Dabei geht es nach Informationen der Saarbrücker Zeitung unter anderem um die Bereitstellung von Personal und Material für landesweit sechs Stationen, an denen Mitarbeiter im Freien bei durchfahrenden Personen Abstriche nehmen, sowie um einen Laborraum der Bundeswehr. Voraussetzung für die Tests soll die Überweisung durch einen Arztes bleiben.

Das Innenministerium begründet den Antrag dem Vernehmen nach damit, dass die drei Corona-Teststellen in Neunkirchen, Dillingen und Saarbrücken am Dienstag wegen Überfüllung geschlossen werden mussten und die im Saarland vorhandenen Laborkapazitäten zu gering seien.

Zudem beantragt das Innenministerium, dass die Testzentren kurzfristig in Kasernen verlegt werden, etwa nach Lebach, Merzig und Saarlouis oder in das HIL-Werk in St. Wendel verlegt werden.

Regierungssprecher Alexander Zeyer bestätigte auf Anfrage, dass Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) in dieser Angelegenheit mit Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) gesprochen und sie um Unterstützung gebeten hat.

Das Landeskommando der Bundeswehr in Saarlouis hat zwischenzeitlich sein Lagezentrum aktiviert, in dem eingehende Hilfeleistungsanträge bearbeitet und an die zur Genehmigung zuständigen Stellen weitergeleitet werden.

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, hatte bereits am Dienstag in seinem Tagesbefehl angekündigt, dass sich die Bundeswehr auf die Unterstützung von Bundesressorts, Ländern und Kommunen im Wege der Amtshilfe einstelle. „Wir leisten damit einen Beitrag zum Erhalt der staatlichen Handlungsfähigkeit“, schrieb der aus Saarbrücken stammende Vier-Sterne-General. Auch Kramp-Karrenbauer hatte die Hilfe der Bundeswehr für Landesregierungen und Kommunen in der Corona-Krise angekündigt.

Um Soldaten und zivile Mitarbeiter zu schützen, hat die Bundeswehr ihre Präsenz an den fünf saarländischen Standorten (Saarlouis, Merzig, Lebach, Perl und St. Wendel) bereits reduziert. Soweit möglich, werde auf Telearbeitsplätze zurückgegriffen. Nicht zwingend für die Auftragserfüllung erforderliches Personal halte sich zu Hause bereit, hieß es.