1. Saarland
  2. Landespolitik

Corona-Impfstoff : 6000 Astrazeneca-Dosen im Saarland abgelaufen

6000 Impfdosen ungenutzt : Jusos kritisieren Verfall von Astrazeneca-Dosen im Saarland

Bereits im Juli war angekündigt worden, dass man die 6000 Dosen an Entwicklungsländer weitergeben wolle. Diese Möglichkeit besteht jetzt nicht mehr.

Rund 6000 Dosen des Corona-Impfstoffes Astrazeneca sind im Saarland ungenutzt abgelaufen. Die Menge der Dosen wurde vom saarländischen Gesundheitsministerium bereits im Juli bestätigt. Damals hatte sich Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) dafür ausgesprochen, die übrig gebliebenen Dosen an Entwicklungsländer weiterzugeben. Aus Haftungsgründen wurde das vom Bund verboten.

„Impfstoff wegzuwerfen, ist für mich eine Todsünde“, betonte Bachmann. Es müsse daher eine Möglichkeit geben, die Haftungsfrage des Bundes zu klären, sagte sie am 19. Juli.

Mittlerweile sind die Dosen, die immer noch im saarländischen Zentrallager liegen, laut Informationen des Saarländischen Rundfunks (SR) abgelaufen. Mindestens zwei Monate müssten die Impfstoffe bei der Rückgabe noch haltbar sein, kündigte der Bund am Wochenende an.

Die Jusos Saar übten am Dienstag schwere Kritik aufgrund der abgelaufenen Dosen: „Die Impfdosen sind ein begrenztes und für viele Länder der Erde nach wie vor kaum zur Verfügung stehendes Gut. Es geht deshalb gar nicht, dass wir im Saarland Impfdosen verfallen lassen, während in vielen anderen Ländern Menschen vergeblich auf eine Impfung warten müssen“, teilte Kira Braun, die Landesvorsitzende der Jusos, mit. Es müsse nun aufgeklärt werden, warum die Dosen nicht rechtzeitig an den Bund oder in andere Länder versandt wurden. Die rechtlichen Rahmenbedingungen müssten eine einfache und unbürokratische Weiterleitung des Impfstoffes gewährleisten, damit so viele Menschen wie möglich geimpft werden könnten.

Vor dem Hintergrund der nachlassenden Impfnachfrage hatten erste Bundesländer bereits letzte Woche angekündigt, Impfdosen an den Bund zurückzugeben. Als erstes sollen Dosen von Astrazeneca und Johnson&Johnson an den Bund zurückgehen, die in Verteilzentren gelagert und diese seit Lieferung durch den Bund nicht verlassen haben.