Cispa Innovation Campus: Grüne wollen Gründer-Campus im Sulzbachtal

Kostenpflichtiger Inhalt: Standortsuche rund um die Saar-Uni : Saar-Grüne wollen Gründer-Campus im Sulzbachtal ansiedeln

Das Land plant für neue IT-Firmen den zehn Hektar großen „Cispa Innovation Campus“. Ministerin Rehlinger (SPD) erwartet „kraftvolle Synergien“.

Die saarländische Landesregierung sucht nach einem Standort für ihren zehn Hektar großen Gründer-Campus für IT-Firmen (wir berichteten). Die Saar-Grünen reagierten am Donnerstag mit dem Vorschlag einer „Sulzbachtal-Strategie“. „Die Ansiedlung eines Gründer-Campus in unmittelbarer Uni-Nähe ist wegen dessen geografischer Lage inmitten von Wäldern schwer möglich“, sagte der Grünen-Landeschef und Bundestagsabgeordnete Markus Tressel. „Umso wichtiger ist es, über den Tellerrand zu schauen.“ Deshalb will Tressel den sogenannten „Cispa Innovation Campus“ in dem „vom Strukturwandel stark betroffenen Sulzbachtal zwischen Jägersfreude, Dudweiler, Sulzbach und Friedrichsthal“ ansiedeln.

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hatte am Mittwoch von einem Standort im Umkreis von zehn Kilometern rund um die Saar-Uni in Saarbrücken gesprochen. Als „Zielgröße“ für den Gründer-Campus nannte er zehn Hektar, die in zwei Bauabschnitten erreicht werden sollen. „Wir wollen etwas richtig Großes machen“, sagte er. Der „Cispa Innovation Campus“ müsse nicht „zwingend“ in der Landeshauptstadt angesiedelt werden, betonte der Regierungschef. „St. Ingbert beispielsweise kommt auch in Frage“, erklärte Hans.

Der Ministerrat hatte im Mai das Wirtschaftsministerium und die Landesentwicklungsgesellschaft mit der Suche nach geeigneten Flächen beauftragt. Hans erwartet „ziemlich bald“ konkrete Vorschläge für das zehn Hektar große Areal, das schnell schnell erschließungsfähig sein müsse, wie der Unionspolitiker sagte. „Die Saarwirtschaft befindet sich derzeit in einer angespannten Situation, um den Strukturwandel gut zu meistern, müssen wir jetzt Gas geben.“

Die Standortsuche fällt in das Ressort von Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). Die stellvertretende Regierungschefin äußerte sich am Donnerstag ebenfalls zu dem Gründer-Campus, der den Namen des Helmholtz-Zentrums für Informationssicherheit (Cispa) in Saarbrücken trägt. „Innovative Unternehmen und Gründer brauchen Platz zum Wachsen, den Austausch von Ideen und die richtigen Rahmenbedingungen der Politik“, sagte Rehlinger. „Wir haben schon jetzt leistungsstarke Forschungseinrichtungen und können mit dem neuen Innovation Campus kraftvolle Synergien schaffen.“

Gemeinsam mit dem benachbarten Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und der Informatik der Saar-Uni soll das Cispa für Ableger sorgen, die sich auf dem Gründer-Campus ansiedeln. Der Blick geht auch nach Frankreich, nachdem das Saarland in der vergangenen Woche eine Kooperation mit der Région Île-de-France und und dem Inkubator Station F in Paris geschlossen hat. Der Schwerpunkt der erwarteten Start-Ups soll auf der Cybersicherheit und Künstlicher Intelligenz (KI) liegen. Cispa-Direktor Michael Backes, der in die Planungen der Landesregierung „von Anfang an eng eingebunden“ war, sprach am Donnerstag von einer „Schlüsselinvestition“. Backes kündigte an: „Wir werden weiter liefern.“

Die Linksfraktion im Landtag begrüßte das Vorhaben der großen Koalition aus CDU und SPD. „Es ist auf jeden Fall richtig, die Forschungsleistung des Cispa für den Wirtschaftsstandort zu nutzen“, sagte Jochen Flackus, der parlamentarische Geschäftsführer der Oppositionsfraktion, unserer Zeitung. Er wünscht sich einen weiteren Schwerpunkt bei der Ansiedlung. „Gerade für den Automobilindustrie-Standort Saarland wäre es wichtig, neben der IT-Sicherheit und der künstlichen Intelligenz dort auch Unternehmen und Start-Ups anzusiedeln, die sich mit modernster Produktionstechnologie und dem Auto von morgen beschäftigen“, erklärte Flackus.

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