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Chef des Rettungsdienstes im Saarland Bernhard Roth geht – Ende einer Ära

Personalwechsel beim Rettungszweckverband : Langjähriger Chef des Rettungsdienstes geht zum Jahresende

Im saarländischen Rettungsdienst endet zum Jahreswechsel eine Ära. Der langjährige Geschäftsführer des Zweckverbandes Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF), Bernhard Roth, tritt in den Ruhestand.

In der Amtszeit des 63-Jährigen fielen zahlreiche wegweisende Entscheidungen.

Die wichtigste war wohl die Inbetriebnahme einer hochmodernen Integrierten Leitstelle (ILS) auf dem Saarbrücker Winterberg mit der Einführung der einheitlichen Notrufnummer 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst. Dass diese Leitstelle nicht mehr nur die 134 Fahrzeuge des Rettungsdienstes zu ihren Einsätzen schickt, sondern auch die Feuerwehren (mit Ausnahme des Regionalverbandes), war allerdings eine schwere Geburt. Mit siebenjähriger Verspätung ging die ILS 2016 an den Start, lange wurden sich der ZRF und die Landeshauptstadt mit ihrer Berufsfeuerwehr nicht einig.

Die ehemals landeseigene Leitstelle wurde seit der Übernahme durch den ZRF im Jahr 2004 von 19 Mitarbeitern auf inzwischen 105 aufgestockt. Heute gibt es ein landesweites digitales Alarmierungssystem für Rettungsdienste, Feuerwehren und Katastrophenschutz-Einheiten. Außerdem kamen in Roths Amtszeit acht Rettungswachen-Standorte hinzu. 27 der 37 Rettungswachen sind in den vergangenen 20 Jahren in Neubauten gezogen. „Es ist absehbar, dass wir in naher Zukunft alle saarländischen Rettungswachen in neue, dem Stand der Technik entsprechende Räumlichkeiten unterbringen können“, sagt Roth.

Zuständig für Rettungsdienst sind die Landkreise, die diese Aufgabe an den Rettungszweckverband Saar (RZV) übertragen haben (seit 2009 ZRF). Der ZRF-Verbandsvorsteher, der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU), sagte, Roth sei „ein Lobbyist im besten Wortsinn“ und stehe wie kein Zweiter für die Erfolgsgeschichte der interkommunalen Kooperation. „Der Aufbau, die Entwicklung und die Etablierung eines professionellen und integrierten Rettungsdienstes im Saarland ist untrennbar mit seinem Namen verbunden.“ Roth, der seine Karriere beim Saarpfalz-Kreis in Homburg begann und die letzten 34 Jahre beim RZV/ZRF arbeitete, davon 13 Jahre als ZRF-Geschäftsführer, spricht von einer großen Gemeinschaftsleistung. Er habe auch das Glück gehabt, dass er es bei seinen Verhandlungspartnern „nahezu ausschließlich mit vernünftigen und sachorientierten Menschen“ zu tun hatte.

Die Geschäftsführung beim in Bexbach ansässigen ZRF hatte Roth schon im Juni an Timm Mathis abgegeben, er blieb bis zum 31. Dezember aber noch Geschäftsführer der Tochterfirma Rettungsdienstlogistik und Service GmbH (RDS), die sich um die Beschaffung von Fahrzeugen und Medizintechnik sowie um Planung und Bau der Rettungswachen kümmert.