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CDU im Saarland will Eltern und Kinder an Schulen gegen Corona impfen lassen

Corona-Pandemie : Saar-CDU will Eltern und Kinder an Schulen impfen lassen

Der Ministerpräsident schlägt vor, mit „sozialem Druck“ die Impfbereitschaft zu erhöhen. Die CDU-Fraktion will bald auch eine Impfung für Schüler.

Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) fordert mehr Anstrengungen mit Blick auf den Impffortschritt. „Wir haben ganz vielen Menschen noch kein Angebot gemacht, weil wir sie schlichtweg noch nicht erreicht haben“, sagte der Ministerpräsident am Montag im „Morgenmagazin“ des ZDF. „Gerade mit Blick auf die Wahrnehmung der Zweitimpfung muss man da nochmal stärker auf Menschen zugehen.“ Bislang seien die Menschen in Praxen und Impfzentren gegangen, um sich impfen zu lassen. Jetzt müsse man „vor die Haustür gehen“ und zu den Menschen kommen, die noch nicht geimpft sind. So könne man „ein bisschen den sozialen Druck“ erhöhen, um Herdenimmunität zu erreichen.

Hans schlug vor, Eltern morgens in der Grundschule oder in der Kita ein Impfangebot zu machen. Dem schloss sich am Montag auch die CDU-Landtagsfraktion an – und ging noch einen Schritt weiter. Sie fordert, den Schülern bereits in den Ferien ein Impfangebot zu machen. Zudem sollten die Bildungseinrichtungen darauf vorbereitet werden, zu kleinen Impfzentren mit mobilen Impfteams zu werden. Damit „schnellstmöglich nach einer Stiko-Empfehlung schulintern geimpft werden kann“, sagte Fraktionschef Alexander Funk.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) tut sich mit einer generellen Empfehlung der Vakzine für über Zwölfjährige schwer. Ihr fehlt es an Studien, um den Nutzen gegen ein mögliches Risiko abwägen zu können. Die Stiko empfiehlt derzeit nur für Kinder und Jugendliche eine Impfung, wenn sie etwa Vorerkrankungen oder gefährdete Personen im Umfeld haben, die sich selbst nicht schützen können. In Bezug auf Impfungen kleiner Kinder verwies auch SPD-Fraktionschef Ulrich Commerçon auf zu wenige Daten. Gleichwohl lautet sein Appell, dass Jugendliche möglichst in den Ferien das Impfangebot wahrnehmen sollten. Aktuell werden nur in den landeseigenen Impfzentren Kinder ab zwölf Jahren geimpft.

Ein Unding für die Opposition im Saar-Landtag: Linke-Fraktionschef Oskar Lafontaine und AfD-Fraktionsvize Rudolf Müller warnten davor, Kinder und Jugendliche zu impfen. Weil sie in der Regel einen milden Krankheitsverlauf hätten, gebe es schlicht keinen Grund hierfür. Auch gebe es noch keine Daten zu möglichen Langzeit-Schäden einer Impfung.

Unterdessen forderte der saarländische Humangenetiker Wolfram Henn vom Deutschen Ethikrat „eine Impfpflicht für das Personal in Kitas und Schulen“. Die Fraktionen im Landtag sind indes strikt gegen eine Impfpflicht, egal für welche Berufs- und Personengruppe, wie sie am Montag erklärten. Es wurde allerdings deutlich, dass die große Koalition aus CDU und SPD weiteren Impffortschritt erhofft.

Frankreich führt derweil eine Corona-Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte ein. Das kündigte Präsident Emmanuel Macron am Montagabend an.