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Bundeswehr genehmigt in Corona-Krise ersten Hilfe-Antrag des Saarlandes

Corona-Krise : Antrag genehmigt: Bundeswehr hilft Saarland in der Corona-Krise

Das Innenministerium hatte die Einrichtung von Abstrich-Stationen durch die Bundeswehr beantragt. Die grundsätzliche Zustimmung für solche Zentren in Kasernen oder sonstigen Bundeswehr-Liegenschaften liegt vor. Auch das Justizministerium hat die Streitkräfte um Unterstützung gebeten.

Einer Unterstützung der Bundeswehr im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus steht im Saarland nichts mehr im Wege. Die Streitkräfte genehmigten einen ersten Antrag des Landes auf Amtshilfe, wie der Sprecher des Landeskommandos der Bundeswehr in Saarlouis, Oberstleutnant Thomas Dillschneider, auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte.

Dabei geht es um die Einrichtung von Abstrich-Stationen in drei bis vier Liegenschaften der Bundeswehr und um den Transport der Entnahmeproben zu den Laboren. Das Innenministerium hatte konkret Räumlichkeiten in den Kasernen Merzig, Lebach und Saarlouis sowie im HIL-Werk St. Wendel angefragt.

„Der Antrag wurde genehmigt, es bedarf aber noch der Feinabstimmung“, erklärte Dillschneider. Derzeit fänden Abstimmungsgespräche zwischen dem Gesundheits- und dem Innenministerium statt. Dazu zähle auch, welche Qualifikationen die Personen haben müssten, die Abstriche entnehmen. Danach richte sich die Personalauswahl. Detailabsprachen wie Einweisung des Personals, ärztliche Aufsicht, Schutzbekleidung und so weiter müssten noch getroffen werden. Losgehen könnte es den Angaben zufolge frühestens am nächsten Montag.

Über einen zweiten Antrag auf Amtshilfe ist noch nicht entschieden: Das Justizministerium hat beantragt, dass die Bundeswehr einen Sanitätsstabsoffizier (Arzt) für Abstrichproben in der Justizvollzugsanstalt Ottweiler zur Verfügung stellt. Dort sollen bei Bedarf punktuell mit einer Vorwarnzeit von einem Tag bei Verdachtsfällen, Verlegungen und Einlieferungen Proben entnommen werden.

Ein weiterer Antrag zur Bereitstellung eines Duschcontainers an der SHG-Klinik in Völklingen für das Krankenhauspersonal wurde den Angaben zufolge wieder zurückgezogen. Der Landkreis Saarlouis hat nach Angaben von Landrat Patrik Lauer (SPD) einen eigenen Amtshilfe-Antrag an die Bundeswehr gerichtet. Er wünscht sich Ärzte und medizinisches Hilfspersonal für die Abstrich-Station, die am Dienstag auf dem Gelände der Ford-Werke ihren Betrieb aufnehmen wird. Sollte die an ihre Kapazitätsgrenze stoßen, denkt Lauer bereits an eine weitere Station in Lebach, die nach seinen Vorstellungen dann von der Bundeswehr betrieben werden sollte.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bereitet die Bundeswehr unterdessen auf einen langen Kriseneinsatz vor, bei dem auch 75 000 Reservisten zur Hilfe gerufen werden. „Uns allen muss bewusst sein, dass dieser Kampf gegen das Virus ein Marathon ist“, sagte die CDU-Vorsitzende am Donnerstag in Berlin. Man werde „alles tun, was in unserer Macht steht“, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Auch Soldaten der Saarland-Brigade könnten schon bald im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus eingesetzt werden. Ein Sprecher teilte der SZ mit, die Luftlandebrigade 1 mit Standorten in Saarlouis, Lebach, Merzig, Zweibrücken und Seedorf (Niedersachsen) sei darauf eingestellt, „zeitnah subsidiäre Aufgaben im Rahmen der Amtshilfe für den zivilen Sektor“ zu übernehmen. Als Beispiele nannte er sanitätsdienstliche Unterstützung oder die Bereitstellung von Transporten.

Die Bundeswehr-Dienststellen in der Region haben inzwischen die Präsenz in den Kasernen reduziert und – soweit möglich – auf Telearbeit umgestellt. Nicht zwingend für die Auftragserfüllung erforderliches Personal halte sich zu Hause bereit. „Unser Ziel ist es, damit die Angehörigen der Luftlandebrigade 1 vor einer Infektion zu schützen, um so gleichzeitig die Durchhalte- und Reaktionsfähigkeit zu erhalten“, erklärte der Sprecher der Brigade.