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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn besucht das Saarland

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Saarland : „Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) informieren über aktuelle Entwicklungen in der Corona-Pandemie.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist am Freitag zu Besuch im Saarland. Am Morgen empfing ihn Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) in der Staatskanzlei in Saarbrücken. Nach einem gemeinsamen Gespräch mit dem per Video zugeschalteten Ministerrat über die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie, traten Spahn und Hans um 11 Uhr für eine Pressekonferenz vor die Kameras.

“Wir haben dem Gesundheitsminister darlegen können, dass wir die Krise hier im Saarland bislang gut bewältigen konnten“, sagte Hans. Wolle man die Corona-Pandemie erfolgreich überwinden, müsse man zusammenstehen. „Wir brauchen einen Gleichklang“ – trotz unterschiedlicher Vorgehensweisen in den Bundesländern. Hans sprach die am Mittwoch beschlossene Obergrenze an. Sollte es zu 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen kommen, müssen die Maßnahmen nochmal verschärft werden. Betreffe das beispielsweise auch eine Einrichtung, könnte diese wieder geschlossen werden, erklärte Hans.

Zudem sprachen die Minister über Krankenhauskapazitäten. Zu Beginn der Pandemie drohte eine Überforderung des Gesundheitssystems. Heute aber seien weniger als die Hälfte der Intensivkapazitäten ausgelastet. Im Saarland könnten wieder planbare Operationen stattfinden, sagte Hans. „Wer Probleme hat, muss sich behandeln lassen.“ Dennoch brauche es in den Krankenhäuser weiter Schutzkonzepte. Eine zweite Corona-Welle könne nicht ausgeschlossen werden.

Einen bundesweiten Maßstab setze das Saarland nun mit den landesweiten Tests von 2000 Saarländerinnen und Saarländern. „Wir wollen damit Gewissheit erhalten, wo eine Infektion eingetreten ist“, sagte Hans. Das trage dazu bei, die Erkrankung besser zu verstehen. Von einer hohen Dunkelziffer müsse allerdings ausgegangen werden. Besonders wichtig seien auch die flächendeckenden Tests in allen saarländischen Senioren- und Pflegeheimen. Das habe in allen Einrichtungen gut funktioniert.

„Die Bundesländer sind ganz unterschiedlich betroffen“, betonte Spahn. Das Saarland habe mit Blick auf Lothringen und Elsass erlebt, was eine unkontrollierte Ausbreitung des Virus anrichte. „Demütig“ und „stolz“ sei er, wie gut Deutschland bislang die Pandemie bewältigen konnte. „Das hat mit dem sehr besonnen Handeln der Regierung zu tun.“ Er lobte Ministerpräsident Hans – auch für die Maßnahmen an der Grenzen. Das sei zu Beginn wichtig gewesen.

Jetzt gelte es, eine neue „Balance für den Alltag“ zu finden – mit Blick auf die Wirtschaft, das öffentliche Leben und die Pflegeeinrichtungen. Für die im Gesundheitswesen Tätigen kündigte Spahn eine Prämie an.

Der Gesundheitsminister begrüßt die flächendeckenden Tests in den Pflegeeinrichtungen und die geplanten repräsentativen Tests im Saarland. Bis zu eine Millionen Tests seien in Deutschland derzeit pro Woche möglich. „Wir wollen auch bundesweit diese Kapazität nutzen, mehr in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zu testen“, sagte Spahn.

„Wir sind noch nicht durch“, mahnte Spahn. Das Gesundheitswesen könne zwar mit den aktuellen Zahlen umgehen. „Aber wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben.“ Das bedeute weiter Abstand halten und Masken tragen. Ein „neuer Alltag“ sei dennoch möglich. Die Frage sei nicht ob, sondern wie. Zuweilen könnte das zu kontroversen Diskussionen führen. „Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, Perspektiven zu zeigen. Dass die Debatten nicht spalten, sondern zusammenführen.“

Am Nachmittag werden Spahn und Hans das Alten- und Pflegezentrum Annaheim in Wiebelskirchen besuchen sowie das Institut für Virologie am Uniklinikum Homburg´.

Weiterer Bericht folgt