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Bürgermeister will Klarheit über Krankenhaus Lebach

Kostenpflichtiger Inhalt: Zukunft des Caritas-Krankenhauses : Lebacher Bürgermeister will von der ctt innerhalb von einer Woche Klarheit

Die Hängepartie um die Schließung des Caritas-Krankenhauses in Lebach dauert schon anderthalb Monate. Der Bürgermeister verliert die Geduld und wirft der ctt vor, ihr Verhalten sei eines katholischen Trägers unwürdig.

Eine Woche Zeit gibt der parteilose Lebacher Bürgermeister Klauspeter Brill der Cusanus-Trägergesellschaft Trier (ctt), um Klarheit über die Zukunft des Caritas-Krankenhauses zu schaffen. Die derzeitige Hängepartie sei „untragbar und eines katholischen Trägers nicht würdig“, schreibt Brill in einem Offenen Brief an die Geschäftsführung der ctt.

Diese sieht sich bislang aus rechtlichen Gründen daran gehindert, sich öffentlich zum Standort Lebach zu äußern. Der Aufsichtsrat hatte sie am 5. März beauftragt, ein „Schließungsszenario“ für Lebach mit der Mitarbeitervertretung und den Banken zu verhandeln. Die Gespräche laufen wohl noch – nur so lässt sich das Schweigen der ctt erklären. Bereits eine Frist des Gesundheitsministeriums (17. April) ließ sie verstreichen.

Brill sagte, wie mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Lebach verfahren werde, sei „wie ein Schlag ins Gesicht“. Er will von der ctt unter anderem wissen, ob sie an der Schließung festhält und, wenn ja, zu welchem Termin. Falls sich der Träger von den Schließungsplänen distanziere, müsse dies klar und vor allem schnellstmöglich kommuniziert werden.

Auch müsse die ctt ein Konzept für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorlegen, die seit Wochen in völliger Ungewissheit lebten und arbeiteten. Sie hätten immer wieder auf Gehälter und Zahlungen verzichtet, um ihre Arbeitsplätze zu sichern. Nun drohe ihnen, trotz aller Solidarität zum Träger und trotz des besonderen Engagements in der Corona-Krise, dass sie vor dem Nichts stehen.

Das Lebacher Krankenhaus sei Notfallzentrum für über 50.000 Menschen aus drei Landkreisen sowie dem Regionalverband. Mit dem großen Einzugsgebiet Lebach, Schmelz, Eppelborn, Nalbach, Tholey und Heusweiler liege es strategisch günstig.

Brill kritisiert auch ein Plakat der Saarland Heilstätten GmbH (SHG) an der Bushaltestelle der Klinik, mit dem die SHG Mitarbeiter sucht. „Natürlich ist das legitim und erlaubt“, sagt Brill. „Aber wer eine solche Werbung gerade an dieser Stelle und in der momentanen Situation in Auftrag gibt, der sollte schon sein Feingefühl und seine Moral hinterfragen.“