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Bildungsministerin Streichert-Clivot schließt wegen Corona generelle Schulschließung nicht aus

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Krise : Saar-Bildungsministerin schließt auch generelle Schul-Schließung nicht mehr aus

Schüler und Lehrer aus Lothringen sollen im Saarland schon jetzt nicht mehr zum Unterricht kommen. Frankreich schließt sogar alle Schulen und Kitas. Saar-Bildungsministerin Streichert-Clivot (SPD) schließt das auch für Deutschland nicht mehr aus.

Die Corona-Krise greift immer stärker in den Schulbetrieb und die Arbeit saarländischer Kindergärten ein. Lehrer, Schüler und Kita-Mitarbeiter, die in Lothringen wohnen, sollen ab diesem Freitag „bis auf Weiteres“ zu Hause bleiben. Das teilte das Bildungsministerium gestern mit.  Hintergrund ist die Entscheidung des Robert Koch Instituts, die Region Grand Est als Corona-Krisengebiet einzustufen.  

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verkündete am Abend in einer TV-Ansprache die Schließung aller Kindergärten, Schulen, Hochschulen und Universitäten im Land ab Montag. Die Kultusminister der Bundesländer schlossen gestern auch für Deutschland flächendeckende Schulschließungen nicht mehr aus. Sie  machten sich diese Entscheidung aber nicht leicht, „weil sie einschneidende Konsequenzen für das Leben aller“ habe, sagte Saarlands Ressortchefin Christine Streichert-Clivot (SPD) zur SZ. Man sei sich im Klaren, „dass eine flächendeckende Schulschließung beim Abitur, aber auch bei den Abschlussprüfungen für den Hauptschulabschluss und beim Mittleren Bildungsabschluss zu keinen Nachteilen für Schülerinnen und Schüler führen“ dürfe. „Das unterstütze ich voll und ganz“, sagte Streichert-Clivot.

Sie wies aber auch auf den Zusammenhang zwischen Schul- und Kita-Schließungen hin. „Es wäre kaum nachvollziehbar, wenn wir die Schulen schließen, aber die Kitas weiter geöffnet haben“, sagte die Ministerin. Dabei wies sie aber auch auf möglliche Konsequenzen für ältere Bürger hin. „Wir bekommen die Rückmeldung, dass sich das Virus bei den Kindern und Jugendlichen anders ausprägt als bei Menschen über 65 Jahren. Das ist aber auch eine wesentliche Gruppe bei uns im Land, die in der Betreuung der Kinder eingesetzt wird. Gerade bei Berufstätigen spielen die Großeltern eine entscheidende Rolle“, sagte Streichert-Clivot.

Als erste Konsequenz der Entscheidung des Bildungsministeriums zu Lehrern und Schülern aus Lothirngen kündigte das Deutsch-Französische Gymnasium in Saarbrücken (DFG) an, auf unbestimmte Zeit den Schulbetrieb einzustellen. Weil rund die Hälfte der Schüler am DFG und etliche Lehrer von der Verfügung des Ministeriums betroffen seien, sei die Schließung unumgänglich, betonte DFG-Direktor Hans Bächle gegenüber der SZ. Allerdings sind auch an anderen Schulen und Kitas im Saarland Lehrer und Erzieher mit Wohnsitz in Frankreich beschäftigt. 

Unabhängig davon bleiben derzeit vier Schulen im Regionalverband Saarbrücken sowie drei Schulen und eine Kita im Kreis Neunkirchen wegen akuter Corona-Fälle geschlossen.