Bildungsministerin stellt Umsetzung des Digitalpakts Schule im Saarland vor

Digitalpakt Schule : Saar-Schulen erhalten 67 Millionen Euro für moderne IT-Ausstattung

Ab Freitag, 25. Oktober, können Schulträger im Saarland Fördermittel zur Digitalisierung und Modernisierung ihrer Schulen aus dem Digitalpakt beantragen. Das kündigte Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot am Dienstag an.

Fünf Milliarden Euro stellt der Bund den Ländern mit dem „Digitalpakt Schule“ unter anderem für die Anschaffung von neuer Technik und die Einrichtung von W-Lan zur Verfügung – das hat im November 2016 die damalige Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) während ihres Besuchs beim IT-Gipfel in Saarbrücken angekündigt. Drei Jahre später sind nun die Förderrichtlinien geklärt. „Wir haben etwas länger gebraucht in der Diskussion mit dem Bund“, räumt die neue saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) am Dienstag ein. Ab Freitag, 25. Oktober, können Schulträger – für die Grundschulen sind das die Kommunen, für die weiterführenden Schulen die Landkreise und der Regionalverband – Fördermittel beantragen. Wann das erste Geld fließt, könne jedoch nicht datiert werden, meinte die Ministerin.

Insgesamt stehen dem Saarland knapp 67 Millionen Euro zur Verfügung. Von den fünf Milliarden Euro des Bundes erhält das Saarland gemäß des Verteilungsschlüssels (Königssteiner Schlüssel) rund 60 Millionen Euro. Bedingung: Die Länder müssen einen Eigenanteil von zehn Prozent beisteuern. Den Eigenanteil teilen sich Land und Kommunen mit je 3,34 Millionen Euro. Diese Mittel stehen für Investitionen in die IT-Ausstattung zur Verfügung. Das Land ergänzt sie durch entsprechende Fortbildungen der Lehrer. Nicht in der Summe enthalten sind die Kosten für den technischen Support, also für den Reparaturservice, wenn etwa das W-Lan nicht funktioniert oder ein Computer defekt sind. Dies sei bereits heute schon Aufgabe der Schulträger, so Streichert-Clivot.

Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) Foto: Oliver Dietze/dpa. Foto: dpa/Oliver Dietze

„Unser Ziel sind gute, moderne Schulen für alle Schülerinnen und Schüler. Wir wollen eine flächendeckende Ausbreitung der digitalen Angebote und wir wollen gleiche Bildungschancen für alle“, betonte Streichert-Clivot. Bei der Digitalisierung solle die Pädagogik im Vordergrund stehen: „Es geht nicht um Digitalisierung auf Teufel komm raus, sondern es geht darum, Schulen in die Lage zu versetzen, durch die Unterstützung der Technik ein gutes pädagogisches Angebot zu machen“, sagte sie.

Um Fördergelder zu erhalten, müssen die Schulen Medienkonzepte entwickeln. Hilfe erhalten sie dabei durch das Landesinstitut für Pädagogik und Medien, das darüber hinaus sein Fortbildungsangebot für Lehrkräfte zur Medienbildung erhöht. Referendare erhalten in ihrer Ausbildung zusätzliche Module zu Datenschutz und Urheberrecht sowie zu Präsentationstechniken, Videobearbeitung und Tablet-Nutzung.

Wie hoch die Fördermittel sind, hängt von mehreren Faktoren ab: Schulform, Schülerzahl und einem standortbezogenem Faktor. So erhalten Grundschulen einen Sockelbetrag von 30 000 Euro, bei Gemeinschaftsschulen, Gymnasien und Förderschulen liegt dieser Betrag bei 50 000 Euro, berufliche Schulen erhalten 75 000 Euro. Je Schüler können 310 Euro hinzukommen. Der standortgebundene Zuschlag von maximal 25 000 Euro ist an die Teilnahme der Schule an besonderen, medienbezogenen Projekten gebunden. Auch Schulen in privater Trägerschaft können Gelder beantragen, müssen den Eigenanteil jedoch selbst stemmen.

Mit den Mitteln sollen bis 2024 gleiche Arbeitsverhältnisse an allen Schulen in Bezug auf IT-Ausstattung sowie innovative IT-Investitionen (wie leistungsstarke Verkabelung, W-Lan, Schulserver, Arbeitsplatzrechner) und ein höheres IT-Niveau für Schulen mit besonderem Schulprofil geschaffen werden. „Jetzt haben wir den Grundstein gelegt. Digitalisierung ist im 21. Jahrhundert aber eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe. Länder und Schulträger brauchen Planungssicherheit. Deshalb muss der Bund über das Jahr 2024 hinaus die Finanzierung des Digitalpakts Schule verstetigen“, sagte die Ministerin.

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