Bildungsminister kürzt bei Nachmittagsbetreuung

Freiwillige Ganztagsschulen : Saar-Minister kürzt bei Nachmittags-Betreuung

Weil Stellen fehlen, soll die freiwillige Ganztagsbetreuung weniger Lehrerstunden erhalten. Die CDU ist erzürnt.

In der freiwilligen Ganztagsbetreuung an saarländischen Schulen drohen nach den Sommerferien deutliche Einschnitte. Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) will einen Teil der Lehrer, die bisher in der Hausaufgabenbetreuung helfen, aus dem Nachmittagsdienst abziehen und sie stattdessen im regulären Schulunterricht einsetzen. Statt fünf Stunden pro Woche soll jede Nachmittagsgruppe dann nur noch mindestens zwei Lehrerstunden bekommen.

Commerçon will damit offenbar den Druck auf Finanzminister Peter Strobel (CDU) erhöhen, ihm mehr Lehrerstellen zu genehmigen. Der vom Finanzminister geforderte Abbau von rund 100 Stellen ist mittlerweile zwar vom Tisch, allerdings fordert Commerçon darüber hinaus 51 Stellen zusätzlich. „Wir brauchen mehr Lehrkräfte an unseren Schulen, weil die Herausforderungen steigen und Schulen mehr Unterstützung brauchen. Wichtiger als Sparvorgaben sind unsere Kinder“, sagte Commerçon.

Da zusätzliche Lehrerstellen bisher ausgeschlossen würden, sei der Bildungsminister gezwungen gewesen, „auch interne Umschichtungen in die Überlegungen einzubeziehen“, heißt es im Bildungsministerium. In dieser Situation müsse das Ministerium der Unterrichtsversorgung Vorrang einräumen, wozu auch eine ausreichende Besetzung der mobilen Lehrerreserve etwa für Krankheitsfälle gehöre.

Der CDU-Bildungspolitiker Frank Wagner sagte, die Entscheidung des Bildungsministers sei ein Alleingang und werde 80 Prozent der allgemeinbildenden Schulen treffen. Sie sei „ein fatales Signal“. „Alle Schüler werden darunter leiden.“ Der Lehrerverband Reale Bildung (VRB) warf Commerçon vor, die Gemeinschaftsschulen im freiwilligen Ganztagsangebot „ausbluten“ zu lassen.

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