Barmer: 15 000 Saarländer leiden unter Reizdarm

Barmer-Report : 15 000 Saarländer leiden unter Reizdarm

In keinem anderen Bundesland leiden anteilig mehr Menschen unter einem Reizdarm als im Saarland. Das zeigt der Arztreport der Krankenkasse Barmer.

Demnach wurde im Jahr 2017 bei rund 15 000 Saarländern ein Reizdarm diagnostiziert. Das sind 1,5 Prozent der Bevölkerung – bundesweit lag der Anteil bei 1,3 Prozent. Studien legten nahe, dass in Deutschland 17 Prozent der Bevölkerung an einem Reizdarm leiden, erklärte Barmer-Landesgeschäftsführerin Dunja Kleis. „Viele Betroffene meiden aus Scham den Arztbesuch.“ Typische Beschwerden sind Bauschmerzen, Durchfall, Verstopfung und Blähungen.

Laut Kleis stellen sich Reizdarm-Patienten oft bei vielen Ärzten vor, bis sie die richtige Diagnose erhalten. Die Anzeichen der Erkrankung seien sehr unspezifisch. Zudem müssten erst andere Ursachen ausgeschlossen werden. Bei der Diagnose würden zu oft bildgebende Verfahren wie Computer- und Magnetresonanztomografien eingesetzt, obwohl sie in der Regel nicht zur Abklärung eines Reizdarmsyndroms vorgesehen seien.

Darüber hinaus kritisierte Dunja Kleis, dass beim Reizdarm oft Magensäureblocker verordnet würden, obwohl ihr Nutzen bei der Behandlung umstritten sei. Die Versorgung von Reizdarm-Patienten müsse deutlich besser werden. Hausärzte oder Internisten sollten eng mit Schmerztherapeuten sowie zertifizierten Ernährungswissenschaftlern zusammenarbeiten und dabei die Psychosomatik im Blick behalten.

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