Aufsichtsrat legt Homburger Klinik-Leitung Aufgabenkatalog vor

Kostenpflichtiger Inhalt: Mutmaßlicher Missbrauchsskandal : Aufsichtsrat fordert mehr Transparenz von UKS-Leitung

Deutlich mehr Transparenz und Aufklärung im mutmaßlichen Missbrauchsskandal hat der Aufsichtsrat von der Spitze des Homburger Uniklinikums verlangt.

Im mutmaßlichen Missbrauchsskandal am Universitätsklinikum (UKS) soll der Aufsichtsrat nach Informationen unserer Zeitung in einer Sondersitzung dem UKS-Vorstand härtere Bandagen angelegt haben. Henrik Eitel (CDU), Chef der Staatskanzlei und neuer Aufsichtsratsvorsitzender, lehnte dazu auf Anfrage nähere Angaben wegen vereinbarter Vertraulichkeit ab.

Acht Mitglieder des Aufsichtsrates, unter ihnen Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD), Finanzstaatssekretärin Anja Wagner-Scheidt (CDU) und Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling (CDU) nahmen an dem außerordentlichen Treffen teil. Einzige Tagesordnungspunkte waren, so wird berichtet, Berichte des Vorstandes zu den Missbrauchs-Verdachtsfällen in der HNO-Klinik und der Ausscheidungsambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Vorstandschef Prof. Dr. Wolfgang Reith, der kaufmännische Vorstand Ulrich Kerle, Pflegedirektor Wolfgang Klein und Prof. Dr. Michael Menger, Dekan der medizinischen Fakultät, mussten sich angeblich kritische Beiträge anhören. Die Forderungen an die UKS-Spitze: Deutlich mehr Transparenz und proaktive Aufklärung. Dem Vorstand wurde ein Aufgabenkatalog vorgegeben, war zu erfahren.

So soll über alle Kliniken hinweg geklärt werden, ob es seit 2012 zu Verletzungen von Patienten gekommen ist, die den bei Kindern in der HNO-Klinik entdeckten Verletzungen (Wunden im Intimbereich) ähneln. Zudem soll recherchiert werden, in welchen Fällen die Kinderschutzgruppe eingebunden wurde und sich mit Missbrauchsverdacht beschäftigt hat. Weiterhin wurde der Vorstand offenbar ausdrücklich angewiesen, künftig die Staatsanwaltschaft auch über solche Fälle zu informieren, bei denen sich nach klinikinterner Einschätzung die Vermutung eines Missbrauchs nicht bestätigte. Des Weiteren drängt der Aufsichtsrat auf die schnelle Einrichtung einer unabhängigen Ombudsstelle, an die sich Patienten, Angehörige und Mitarbeiter vertraulich wenden können.