Armut im Saarland geht leicht zurück - Armutsquote sinkt auf 16 Prozent

Quote sinkt auf 16 Prozent : Armut im Saarland geht leicht zurück

Trotz des Rückgangs liegt das Saarland mit einer Armutsquote von 16 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Die Armut im Saarland hat im vergangenen Jahr etwas abgenommen. Das geht aus dem neuesten Armutsbericht hervor, den der Paritätische Wohlfahrtsverband am Donnerstag veröffentlicht hat. Betrug die Armutsquote im Saarland 2017 noch 16,8 Prozent, fiel sie 2018 auf 16,0 Prozent. Der Verband bezeichnet Personen als arm, die in Haushalten leben, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte beträgt. Eingerechnet wird das gesamte Nettoeinkommen inklusive Wohngeld, Kindergeld und sonstiger Zuwendungen. Die Armutsschwelle für einen ­Single betrug 2018 beispielsweise 1035 Euro, für einen Paar-Haushalt mit zwei Kindern unter 14 Jahren 2174 Euro (Alleinerziehende: 1656 Euro).

Im Saarland sind nach Angaben des Wohlfahrtsverbands nach wie vor überdurchschnittlich viele Menschen arm. 2018 betrug die Armutsquote deutschlandweit 15,5 Prozent, lag also 0,5 Prozentpunkte unter dem saarländischen Wert. Bundesweit ging die Armutsquote 2018 ebenfalls leicht zurück – um 0,3 Prozentpunkte. Langfristig gesehen ist die Quote allerdings gestiegen: deutschlandweit seit 2008 um 1,1 Prozentpunkte, im Saarland um 0,2.

Das saarländische Sozialministerium verwies auf die positiven Entwicklungen seit 2014: Damals lag die Armutsquote noch bei 17,5 Prozent und ist seitdem stetig gefallen. „Wir sind schon seit geraumer Zeit dabei, hier im Land noch effektiver als bisher gegen Armut vorzugehen“, teilte das Ministerium auf SZ-Anfrage mit. Bereits 2013 gab es einen ersten Aktionsplan zur Armutsbekämpfung. Eine Neuauflage hatte das Sozialministerium für September 2019 angekündigt. Erarbeitet wird er vom Beirat für Armutsbekämpfung. Wann der neue Aktionsplan nun kommen soll, war im Ministerium nicht zu erfahren.

Grundsätzlich sei Armutsbekämpfung „nicht isoliert unter sozialpolitischen Gesichtspunkten zu betrachten, sondern aufgrund ihrer Wichtigkeit und Bedeutung eine Querschnittsaufgabe für alle Ressorts in der Landesregierung“, so das Sozialministerium. „Armutsrisiken sehen wir insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, Alleinerziehenden beziehungsweise Familien, Frauen und Männern in prekären Beschäftigungsverhältnissen, Langzeitarbeitslosen sowie Senioren.“

Der Sozialverband VdK Saarland kritisierte, dass jedes fünfte Kind im Saarland (20,4 Prozent) von Armut betroffen ist. „Es ist nicht hinnehmbar, dass viele Saarländer trotz Arbeit nicht genug verdienen, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie zu sichern“, sagte VdK-Landeschef Armin Lang. „Fehlende Betreuungsmöglichkeiten auch zu Randzeiten sind einer der Hauptgründe, warum Eltern ihre Arbeitszeit reduzieren müssen.“