Arbeitskammer des Saarlandes fordert Entlastung von Pflegekräften

Überlastung : Pflegekräfte im Saarland sind am Limit

Saarländische Pflegekräfte sind nach Daten von Krankenkassen überlastet und daher überdurchschnittlich oft krankgeschrieben.

Die Pflegekräfte im Saarland kommen offenbar an die Grenze ihrer Belastbarkeit. So sind sie überdurchschnittlich oft krankgeschrieben und leiden besonders häufig unter Depressionen. Das geht aus Gesundheitsberichten der Krankenkassen AOK Rheinland-Pfalz/Saarland und TK hervor. Pflegekräfte im Saarland fehlten 2018 nach Angaben der TK im Schnitt 24 Tage wegen Krankheit, Berufstätige aus anderen Branchen dagegen nur rund 17 Tage. Nach den Daten der AOK lag der Krankenstand im Pflegesektor im vergangenen Jahr bei 7,7 Prozent, in anderen Branchen nur bei sechs Prozent.

Häufigste Erkrankungen sind Rückenschmerzen und psychische Störungen. Fast jeder zehnten saarländischen Pflegekraft wurden laut TK Antidepressiva verschrieben. Das ist bundesweit der Höchstwert und liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 8,3 Prozent.

Vor allem die schlechten Arbeitsbedingungen seien ursächlich für den hohen Krankenstand. Zu diesem Ergebnis kommt die Arbeitskammer der Saarlandes in ihrem Jahresbericht, den sie am Mittwoch der Landesregierung übergab. Körperliche Belastungen, Stress und unregelmäßige Arbeitszeiten gehörten zum Alltag, heißt es in dem Bericht. Die Arbeitskammer fordert daher verlässliche Dienstpläne und die Einhaltung von Pausen- und Ruhezeiten.

„Das Problem, aus freien Tagen wieder zum Dienst gerufen zu werden, weil Personal fehlt, haben alle Beschäftigten in der Pflege. Das Rufen aus dem Frei muss dringend reduziert werden, um das Personal zu entlasten und um bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf einen Schritt voranzukommen“, sagte ­Beatrice Zeiger, Geschäftsführerin der Arbeitskammer. Dadurch und durch eine bessere Bezahlung könnten nach Ansicht der Arbeitskammer mehr Pflegekräfte gewonnen werden und ältere Kollegen den Pflegeeinrichtungen erhalten bleiben.

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