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Annegret Kramp-Karrenbauer: In puncto Glamour ist sie nun ganz unten

Neues Amt in Püttlingen : In puncto Glamour ist Kramp-Karrenbauer jetzt ganz unten gelandet

Keine Meldung aus dem Saarland interessiert gerade mehr als diese: „Annegret Kramp-Karrenbauer übernimmt neues Amt in Püttlingen“. Die Fast-Kanzlerkandidatin, Ex-Verteidigungsministerin, Ex-CDU-Bundeschefin und Ex-Saar-Ministerpräsidentin ist neue Vorsitzende der Erwerbslosenselbsthilfe (ESH) ihrer Heimatstadt.

In puncto Glamour-Faktor im Amt dürfte AKK damit ganz unten gelandet sein. In Sachen Bedeutung kann es eine enorm wichtige Aufgabe für die politisch versierte 59-Jährige sein. Geht es bei der ESH doch darum, dass Menschen wieder eine Perspektive bekommen – für einen Beruf, manchmal sogar für ihr gesamtes Leben. Wer die Herzblut-Politikerin nur im Ansatz kennt, weiß: Sie wird vollen Einsatz zeigen. Auch wenn nicht mehr Dutzende Fernsehkameras auf sie gerichtet sind. Und das verdient Respekt.

Vor allem, weil allzu viele frühere Spitzenpolitiker nahezu ausschließlich damit beschäftigt sind, ihren Ruhestand maximal zu versilbern – ob sie nun Schröder, Fischer oder zu Guttenberg heißen.

Das könnte auch einigen ihrer „Parteifreunde“ zu denken geben, die AKK gerade beckmessernd attackieren und sie für den Machtverlust der Saar-CDU mit haftbar machen wollen. Ein bisschen kurz gedacht. Denn richtig ist, Kramp-Karrenbauer ging 2018 mir nichts, dir nichts nach der überraschend klar gewonnenen Landtagswahl nach Berlin. Und hob den vielfach überforderten Tobias Hans auf den Schild. Das muss man ihr ankreiden. Ohne den persönlichen Bonus Kramp-Karrenbauers aber hätte die CDU wohl auch bei der Wahl 2017 schon schlechtere Karten gehabt.

Die Partei ist eben nicht bloß die Frau oder der Mann an der Spitze. Und beim Parteitag am Samstag wird sich zeigen, ob die Saar-CDU nach ihrem Wahl-Debakel schon wieder soweit geerdet ist, ihre Lage realistisch einzuschätzen.