Anke Rehlinger hofft auf weitere Kandidaten für SPD-Vorsitz

Bewerbungsfrist bis 1. September : Rehlinger rechnet mit weiteren Kandidaten für SPD-Vorsitz

Noch ist die Bewerber-Liste um den SPD-Parteivorsitz nicht allzu lang. Es werden noch mehr werden, meint die SPD-Chefin aus dem Saarland. Das Auswahlverfahren bringe der Partei neuen Schwung.

Die saarländische SPD-Landesvorsitzende Anke Rehlinger geht davon aus, dass sich bis zum 1. September noch weitere Kandidaten um den SPD-Parteivorsitz bewerben werden. „Es gibt doch schon vielversprechende Bewerbungen, und ich bin sicher, dass noch einige dazu kommen“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. „Es entwickelt sich gut, wir bekommen eine echte Auswahl, und dann haben die Mitglieder das Wort.“ Rehlinger gehört auch dem SPD-Bundesvorstand an.

Das Auswahlverfahren für den Spitzenjob der SPD sorge „für Transparenz und bietet die Chance, unter breiter Beteiligung der Mitglieder aus einer schwierigen Lage das Beste zu machen.“ Die saarländische SPD hätte sich „das Ganze insgesamt etwas flotter vorgestellt“, sagte sie. Es komme jetzt aber vor allem auf überzeugende Inhalte an: „Wir sind ja nicht auf der Aschenbahn.“

Sie rechne mit neuem Schwung für die SPD. „Das Auswahlverfahren gibt uns die Chance einer Mobilisierung“, sagte Rehlinger, die im Saarland Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin einer CDU/SPD-Koalition ist. Von den geplanten Regionalkonferenzen – die erste sei am 4. September in Saarbrücken – verspreche sie sich inhaltliche Impulse. Die Bewerber seien „gut beraten, dabei die Brot-und-Butter-Themen der Partei in den Vordergrund zu stellen, nah am Alltag der Menschen und in einer klaren Sprache“.

Anke Rehlinger hofft auf weitere Bewerber. Foto: dpa/Harald Tittel

Über die Fortsetzung der großen Koalition dürfe „nicht taktisch“ entschieden werden, meinte sie. Wichtig sei, was die SPD mit der Union an Problemlösungen konkret noch erreichen könne. „Insofern muss die im Koalitionsvertrag vorgesehene Halbzeitbilanz auch eher Ausblick als Bilanz sein“, sagte Rehlinger.

Sie selbst werde im Rennen um den SPD-Parteivorsitz ihren Hut nicht in den Ring werfen. „Ich habe als Landesvorsitzende und Regierungsmitglied im Saarland eine schöne Aufgabe und erfülle sie mit hoher Motivation“, sagte sie. „Die SPD Saar ist ja außerdem in Berlin bereits höchstrangig vertreten.“

Die SPD sucht nach dem Rücktritt von Parteichefin Andrea Nahles eine neue Spitze. Kandidaten können sich bis zum 1. September bewerben. Öffentlich bekannt sind bisher vor allem die Bewerbungen von Europa-Staatsminister Michael Roth und der ehemaligen nordrhein-westfälischen Familienministerin Christina Kampmann, der Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer sowie der Oberbürgermeister von Flensburg und Bautzen, Simone Lange und Alexander Ahrens. Zudem kündigte der Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, Robert Maier, seine Kandidatur an.

(dpa)
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