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Alle Ministeriumsgebäude im Saarland fallen beim Klima-Check durch

Laut Bericht der Deutschen Umwelthilfe : Alle Saar-Ministeriumsgebäude fallen beim Klima-Check durch

Das Ergebnis im Saarland ist verheerend: Beim Klima-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) sind alle Ministeriumsgebäude im Saarland durchgefallen. Die DUH kritisiert, dass die Landesregierung keinen ausführlichen Energieausweis habe vorlegen können – und deshalb fundierte Aussagen über den derzeitigen Zustand der untersuchten Gebäude nicht möglich seien.

Weil die Angaben auf dem Energieausweis zu unkonkret seien, könnten auch die für den Klimaschutz notwendigen Sanierungen nicht umgesetzt werden, wie aus dem Bericht der DUH hervorgeht.

Die Landesregierung betrachtet den „Vorwurf“ auf SZ-Anfrage als „nicht haltbar“. „Das Saarland ist seiner gesetzlichen Verpflichtung nachgekommen und hat für rund 30 seiner Gebäude einen Energieverbrauchsausweis erstellt,“ teilt das Bauministerium mit. Die Linksfraktion im Landtag findet hingegen, dass die DUH zu Recht darauf hinweise, dass bundesweit „die öffentliche Hand für die Versorgung mit Raumwärme so viel Energie verbraucht wie etwa 2,5 Millionen Haushalte“. In diese Kerbe schlägt auch Saar-Grünen-Chef Markus Tressel: „Die schlechten Ergebnisse des Klima-Checks spiegeln die Klimaschutzpolitik der CDU/SPD-Koalition wider. Die öffentliche Hand hätte deutlich früher, auch im Zuge der Klimadebatte, ein Sanierungskonzept angehen müssen“, sagt er.

Bereits Recherchen des Saarländischen Rundfunks (SR) im Frühjahr hatten ergeben, dass bei 50 landeseigenen Gebäuden der „Wärmekennwert“ zu hoch sei. Das betreffe die meisten Ministerien-Gebäude – auch die Staatskanzlei  des Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU). Damals räumte das Bauministerium einen Sanierungsstau ein und führte diesen auf ein Personal- und Gelddefizit zurück.

Jedoch schnitten laut der DUH nicht nur die Ministerien im Saarland schlecht ab. Untersucht hatte die DUH auch die Ministeriumsgebäude in Baden-Württemberg – wovon sieben von neun durchfielen. Bei den 15 Bundesministerien, die die DUH in ihrem Klima-Check ebenfalls untersuchte, schnitten acht sehr schlecht ab. Die meisten Ministerien konnten kein Bedarfsausweis vorlegen, darunter etwa das Finanzministerium. Beim Bundeskanzleramt stellte die DUH einen zu hohen Energiebedarf fest. Einzig das Bundesforschungs-, das Umwelt- und das Landwirtschaftsministerium erzielten gute Resultate.