AfD Saar unter Druck: Rücktrittsforderung und Drohung aus Bundesverband

Kreisvorsitzende begehren auf : Aufstand in Saar-AfD gegen Landeschef Dörr

Drei Kreisvorsitzende fordern den Rücktritt von Josef Dörr. Die Bundespartei droht mit Amtsenthebung.

Innerhalb der saarländischen AfD wächst der Druck auf den Landesvorstand und den Vorsitzenden Josef Dörr. Drei der sieben Kreisvorsitzenden forderten am Donnertag den sofortigen Rücktritt Dörrs und des gesamten Landesvorstandes. Sie begründeten dies damit, dass die Landesspitze gegen Richtlinien des Datenschutzes sowie gegen Vorgaben des Bundesvorstandes und Urteile von Parteigerichten verstoße. Dies sei nicht mehr hinnehmbar, es schade der inneren Ordnung und dem öffentlichen Ansehen der AfD, schreiben die Kreisvorsitzenden Lutz Hecker (Saarpfalz), Edgar Huber (St. Wendel) und Dominik Peter (Merzig-Wadern). Hecker ist wie Dörr Landtagsabgeordneter.

Ungemach droht dem Landesvorstand zudem von der Bundespartei. Der AfD-Bundesvorstand droht mit der Auflösung des Landesverbandes und der Amtsenthebung des Landesvorstandes, wenn die AfD Saar eine für diesen Freitag geplante Mitgliederversammlung mit Neuwahlen im Kreisverband Merzig-Wadern nicht noch kurzfristig absagt. Zu der Versammlung mit Neuwahlen hat der Landesvorstand eingeladen, obwohl er dies aus Sicht des Bundesvorstandes gar nicht darf.

Dörr wies die Rücktrittsforderung zurück. „Da lache ich mich kaputt“, sagte er der SZ. Die große Mehrheit der Partei steht nach seiner Einschätzung weiter hinter ihm. Seine Gegner machten auf Parteitagen nur 20 Prozent aus. Die Versammlung in Merzig-Wadern hält er für rechtmäßig, dem Bundesvorstand bescheinigte Dörr Unkenntnis der Sachlage.

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