1. Saarland
  2. Landespolitik

Ärztekammer im Saarland streicht Homöopathie aus der Weiterbildungsordnung

Beschluss der Vertreterversammlung : Saar-Ärztekammer streicht Homöopathie aus der Weiterbildungsordnung

Mit deutlicher Mehrheit nahm das Ärzte-Parlament des Saarlandes am Mittwoch einen entsprechenden Antrag an. Die Hausärzte konnten sich nicht durchsetzen.

Die Ärztekammer des Saarlandes hat die Homöopathie aus ihrem Weiterbildungskatalog für Mediziner gestrichen. Bei einem Treffen des Kammer-Parlaments in Eppelborn stimmten nach Angaben eines Sprechers 36 Mediziner für einen entsprechenden Antrag, acht dagegen, vier enthielten sich. Widerstand war vor allem von Hausärzten gekommen. Vor dem Saarland hatten bereits neun der bundesweit 17 Ärztekammern die Streichung der Homöopathie beschlossen.

Damit gibt es in Zukunft keine anerkannte Weiterbildung von Ärzten zum Homöopathen mehr. Begründet wurde der Schritt mit fehlenden wissenschaftlichen Nachweisen der Wirksamkeit homöopathischer Therapeutika. „Die häufig zitierten Studien halten geltenden Standards in der medizinischen Forschung nicht stand“, hatte der Vorsitzende des Weiterbildungsausschusses der Ärztekammer, Gregg Frost, den Antrag an die Vertreterversammlung begründet. Es gebe auch keine nennenswerte Grundlagenforschung zur angeblichen Wirkweise.

Der Vorsitzende des Saar-Hausärzteverbandes, Dr. Michael Kulas, hatte hingegen gewarnt, dass bei einer Streichung der Weiterbildung zum Homöopathen auch die Qualitätsstandards wegfielen. Nach der Weiterbildungsordnung setzt der Zusatz „Homöopathie“ eine Facharzt-Ausbildung, eine dreimonatige Weiterbildung und einen 160-Stunden-Kurs voraus. Kulas gab vor der Vertreterversammlung zu bedenken: „Wenn das wegfällt, kann sich jeder Homöopath nennen, ob er Ahnung hat oder nicht.“

Die Ärztekammern von Baden-Württemberg, Sachsen, Thüringen und Westfalen-Lippe haben sich entschieden, auch weiterhin eine Weiterbildung zum anerkannten Homöopathen zuzulassen.