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Ärzte im Saarland werben um Akzeptanz für Impfstoff von Astrazeneca

Diskussion um Wirksamkeit der Impfstoffe : Saarländische Ärzteschaft wirbt um Akzeptanz für Impfstoff Astrazeneca

Nachdem medizinisches Personal nicht zum Impftermin erschienen war, wirbt die saarländische Ärztekammer um Akzeptanz für den Impfstoff von Astrazeneca.

Medizinisches Personal, das eng an den Patienten arbeitet, soll schnell Zugang zum Corona-Impfstoff bekommen. Doch nicht jeder, der Anspruch auf die Impfung hat, nimmt diese auch wahr. Der Grund: die Skepsis mancher Ärzte und Pfleger gegenüber den Impfstoff von Astrazeneca. Vor dem saarländischen Landtag gab am Montag Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) zu, es gebe bei diesem Impf­stoff „ein Ak­zep­tanz­pro­blem“. Nun verteidigt die Ärtzekammer die Wertigkeit des Impfstoffes. Zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), dem Facharztforum Saar und dem hiesigen Hausärtzeverband wirbt sie um Akzeptanz für das Mittel von Astrazeneca.

Im Kampf gegen Covid-19 seien „alle Impfstoffe wertvoll und unverzichtbar“. Dabei übernimmt die saarländische Ärtzekammer auch die Argumentation des Berliner Virologen Christian Drosten, der betont: „Alle Impfstoffe sind gegen schwere Verläufe total gut wirksam". Der Studienwert von 70 Prozent Wirksamkeit beziehe sich auf alle klinischen Manifestationen zusammen – das können auch banale Halsschmerzen sein. Von eigentlichem Interesse sei doch aber, „ob wir gegen den schweren Verlauf geschützt sind. Und da liegt die Wirksamkeit viel, viel, viel besser“.

Außerdem weisen die saarländischen Ärzte auf einen praktischen Vorteil des Astrazeneca-Impfstoffes gegenüber die Mittel von Biontech oder Moderna. Denn dieser lasse sich auch bei Kühlschranktemperaturen lagern und gut transportieren. Somit sei er zum Beispiel für Hausbesuche gut geeignet. „Die Verträglichkeit ist mindestens so gut wie bei dem Biontech-Impfstoff. Und er hat auch bereits nach der ersten Impfung eine hohe Wirksamkeit, die sogar bei einem längeren Abstand (neun bis zwölf Wochen, wie von der ständigen Impfkommission empfohlen) zwischen Erst- und Zweitimpfung noch zunimmt“, so die Ärztekammer. „Noch vor wenigen Monaten wären alle froh gewesen, derartige Impfstoffe zur Verfügung zu haben.“