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Acht weitere Kliniken im Saarland müssen planbare Operationen verschieben

Intensivbetten für Covid-Patienten : Acht weitere Saar-Kliniken müssen planbare Operationen verschieben

Um Intensivbetten für die Behandlung von Covid-Patienten freizuhalten, werden jetzt in acht weiteren Kliniken planbare Behandlungen und Oper­ationen verschoben. Das hat das Saar-Gesundheitsministerium zunächst bis zum 31. Januar angeordnet, wie es auf Anfrage bestätigte.

Für sechs Häuser, darunter die Uniklinik Homburg und das Saarbrücker Winterberg-Klinikum, gilt die Regelung bereits seit Dezember. Die Krankenhäuser erhalten für die Erlösausfälle entweder eine Ausgleichszahlung, die vom Land aufgestockt wird, oder das Land tritt finanziell für den Bund in Vorleistung. Derzeit sind etwa 82 Prozent der Intensivbetten im Saarland belegt, etwa 15 Prozent der Intensivbetten sind mit Covid-19-Patienten belegt. Damit ist das Niveau seit November in etwa konstant.

Die Saarländische Krankenhausgesellschaft (SKG) forderte vom Bund, dringend eine Anschlussregelung für den 31. Januar auslaufenden Rettungsschirm zu beschließen. Sie zeigte sich enttäuscht, dass Kanzlerin und Ministerpräsidenten bei ihrer Konferenz vergangene Woche keine klaren Aussagen dazu getroffen hatten. Von den Ausgleichszahlungen profitierten wegen der hohen Anforderungen nicht alle Krankenhäuser. SKG-Geschäftsführer Thomas Jakobs beklagte „ein hohes Maß an wirtschaftlicher Unsicherheit“ der Kliniken. Er forderte zudem, die Kliniken von nicht zwingend notwendigen Dokumentationspflichten zu befreien, die Pflegepersonaluntergrenzen auszusetzen und die Prüfquote des Medizinischen Dienstes zu beschränken.

Dem Vernehmen nach will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Rettungsschirm bis Ende Februar verlängern, allerdings nicht auf alle Kliniken ausweiten.