Abi im Fach Mathe: Lehrer im Saarland erwarten Rechtsstreit wegen Noten

Nach Ärger um Mathe-Abi : Lehrer im Saarland befürchten Rechtsstreit wegen großzügigerer Notenvergabe

Nach abgesenkter Bewertungsrichtlinie fordert Lehrergewerkschaft eine Initiative vom Saar-Bildungsminister, Probleme bei Aufgabenstellung künftig zu vermeiden.

Nach dem Schülerprotest als Reaktion auf das Mathematik-Abitur und die nun angekündigte bessere Bewertung der Klausuren fordert der saarländischen Philologenverband eine Diskussion über die Aufgabenstellung bei den bundesweit zentralen Abituraufgaben. „Die Regelung zum Abitur stellt eine pragmatische Lösung für ein kompliziertes Problem dar“, schreibt am Donnerstag (30. Mai) Marcus Hahn, der Verbandschef in einer Mitteilung. Damit reagiert er auf die geänderte Notentabelle, die auf die Prüfungen angewandt werden soll. Hahn geht davon aus, dass damit eventuell Ungerechtigkeiten vermieden werden, die durch die „in Teilen problematische Aufgabenstellung ausgelöst wurden“.

Allerdings ist der gewerkschaftliche Zusammenschluss von Lehrern nicht ganz mit der jetzt geplanten Lösung zufrieden. Denn nach Hahns Angaben sieht er daran eine Schwierigkeit, „dass möglicherweise auch Schüler in anderen Fächern die Anwendung der großzügigeren Notentabelle erwarten werden“. Das könnte juristischen Streit nach sich ziehen.

Aus Sicht des Philologenverbandes sei es „dringend erforderlich, über die Art der Aufgabenstellung bei den bundesweiten zentralen Aufgaben zu diskutieren und darauf zu drängen, dass rein durch die Aufgabenstellung bedingte Schwierigkeiten in Zukunft nicht mehr auftreten können“. Darum müsse Saar-Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) hier die Initiative ergreifen.

Am Mittwoch (29. Mai) waren die Schulen im Saarland darüber informiert worden, dass mit einer neuen Bewertungsskala die Erwartungshaltung an richtigen Lösungen gesenkt werde. Damit sollen die Prüflinge bessere Noten erhalten als nach der bisher strengeren Ordnung.

Schüler hatten unmittelbar nach den Klausuren eine Online-Petition gestartet, weil sie die Aufgaben für zu schwierig hielten. Nach der Korrektur der landesweit einheitlichen Abiturarbeiten senkte das Ministerium nun die Messlatte.

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