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2G: Saarland bereitet Ausschluss von Ungeimpften aus Gastronomie vor

Corona-Zahlen steigen : 2G-Pläne – Saarland bereitet den Ausschluss Ungeimpfter aus der Gastronomie vor

Die Intensivstationen sind schon jetzt an der Belastungsgrenze, wenn auch nicht in erster Linie wegen Corona. Um eine Überlastung zu verhindern, bereitet das Saarland jetzt eine 2G-Regelung in Restaurants und Clubs vor.

Angesichts sprunghaft steigender Corona-Infektionszahlen bereitet die saarländische Landesregierung Regelungen zum Ausschluss Ungeimpfter in der Gastronomie vor. Die 2G-Regel soll im Innenbereich von Restaurants, Kneipen oder Clubs greifen, sobald sich die Belegungssituation auf den Intensivstationen verschärft.

„Derzeit stellen wir gemeinsam mit den Experten und Wissenschaftlern einen erhöhten, aber nicht besorgniserregenden Handlungsbedarf fest“, sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) der SZ. „Wir haben die bundesweit zweithöchste Impfquote, allerdings gibt es noch immer zu viele Menschen, die nicht geimpft sind – wir können nicht riskieren, dass unser Gesundheitssystem dadurch an seine Belastungsgrenze gerät. Denn Fakt ist: Die Impfung schützt sehr zuverlässig vor schweren Verläufen, Krankenhauseinweisungen und Tod durch das Corona-Virus.“

Hans betonte, im Vergleich zu Menschen mit vollem Impfschutz hätten Ungeimpfte eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, im Falle einer Infektion medizinische Betreuung zu brauchen. Klar sei, dass es Ausnahmen für Kinder und diejenigen geben werde, die sich nicht impfen lassen könnten. Am Mittwoch hatte in einem Interview mit Spiegel-Online die saarländische Vize-Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) gesagt, man müsse im Saarland „über 2G, also den Zugang nur für Geimpfte und Genesene in bestimmten Bereichen wie Diskotheken, Veranstaltungen in Innenräumen und Gastronomie nachdenken“. Es dürfe dagegen „keine massiven Einschränkungen mehr für jene geben, die sich mit ihrer Impfung solidarisch gezeigt haben“.

In saarländischen Krankenhäusern werden derzeit 20 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt. Diese Zahl ist seit Wochen stabil. Allerdings ist das Personal dieser Stationen nach Auskunft von Klinik-Verantwortlichen bereits heute an der Belastungsgrenze, weil die Stationen auch ohne die Covid-Patienten bereits stark ausgelastet sind. Ärzte und Pflegekräfte fürchten, dass der deutliche Anstieg der Infektionszahlen der vergangenen zwei bis drei Wochen sich demnächst auch in den Kliniken niederschlagen und die Intensivstationen sich noch stärker füllen werden. In diesem Fall halten die großen Kliniken im Land die Verschiebung planbarer Operationen für möglich, um Betten freizuhalten.

Der Ärztliche Direktor des Saarbrücker Winterberg-Klinikums, Dr. Christian Braun, sagte der SZ: „Das Personal, Pflegende und Ärzte, ist müde. Das Verständnis für Impfverweigerer nimmt ab, weil man weiß, dass das Thema durch eine höhere Impfquote erledigt wäre.“ Brauns Kollege von den SHG-Kliniken Völklingen, der Lungenspezialist Prof. Harald Schäfer, schilderte, bei den Pflegekräften herrsche Unverständnis, weil es sich bei den Covid-Intensivpatienten im Gegensatz zum vergangenen Jahr zum Teil um „klar vermeidbare Fälle“ handele.