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270 Polizei-Einsätze wegen Verstößen gegen Corona-Ausgangsregeln

Bekämpfung des Coronavirus : An einem Tag 176 Verstöße gegen Corona-Ausgangsregeln im Saarland

Besonders am Saarbrücker Staden musste die Polizei eingreifen. Landesweit musste sie 270 Mal ausrücken. Innenminister Klaus Bouillon wendet sich jetzt in einem „dringenden Appell“ an die Bevölkerung im Saarland.

Das schöne Wetter hat am Wochenende zahlreiche Saarländer zu Verstößen gegen das Versammlungsverbot verleitet. Allein am Samstag musste die Polizei 270 Mal ausrücken, es kam zu 176 Verstößen gegen die Allgemeinverfügung, wie Innenminister Klaus Bouillon (CDU) mitteilte. In der Folge sei es zu 67 Strafanzeigen gekommen. Vor allem am Saarbrücker Staden hätten zahlreiche Ansammlungen von Menschen unterbunden werden müssen.

Die Polizei in Saarbrücken berichtete, sowohl Jugendliche als auch ältere Mitbürger hätten sich im Bereich des Ulanen-Pavillons und der Spielplätzen am Saarufer aufgehalten. „Es entstand der Eindruck, dass es keinerlei Beschränkungen gäbe. Insgesamt mussten dort zeitgleich 150-200 Personen aufgefordert werden, die Örtlichkeit zu verlassen und auseinander zu gehen“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Eine Ursache sei sicherlich gewesen, dass dort noch viele Bierzeltgarnituren aufgestellt gewesen seien und scheinbar zum Verweilen eingeladen hätten.

Um die Menschen am Staden auseinander zu bringen, mussten laut Polizei auch Einsatzkräfte von außerhalb der Landeshauptstadt herangezogen werden. Insgesamt seien zwölf Polizeivollzugsbeamte, zwei Angestellte des Polizeilichen Ordnungsdienstes und zwei Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes im Einsatz gewesen. Auf Identitätsfeststellungen und repressive Maßnahmen sei auf Grund der Masse an Menschen und der darauf beruhenden Einsatztaktik der Deeskalation verzichtet worden.

Den Aufforderungen der Polizei, auseinander zu gehen und die Örtlichkeit zu verlassen, sei kooperativ Folge geleistet worden. „Über Sinn und Zweck zeigten sich aber viele der Betroffenen völlig ahnungslos“, so die Polizei.

Innenminister Bouillon richtete am Sonntag einen „eindringlichen Appell“ an die saarländische Bevölkerung, sich an die Allgemeinverfügung zu halten: „Dieses Verhalten können wir nicht tolerieren, deshalb wird ein solches Verhalten direkt geahndet. Es ist im Interesse von uns allen, dass wir uns in der jetzigen Situation disziplinieren – im Sinne des Gemeinwohls. Nur so wird uns der Kampf gegen das Coronavirus gelingen.“