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2022 waren im Saarland 20 Menschen Organspender

Neu gelesen: Die Organspende-Statistik 2022 fürs Saarland : Organspende: Saarland ist immer noch Spitze

Wie im gesamten Bundesgebiet verringerte sich die Zahl der Organspender 2022 im Saarland zwar auch, aber weit weniger als in anderen Bundesländern. Die Spendenwilligkeit hier zu Lande blieb überdurchschnittlich hoch.

Mitunter bestimmt ein einziger Mensch die Statistik eines Bundeslandes – und dessen Image. So kürzlich passiert beim Thema Organspende. Wie in der SZ berichtet, gab es im Jahr 2022 bundesweit ein Minus von 6,9 Prozent bei der Zahl derer, die Organe spendeten. Auch in der Region Mitte, in der das Saarland zusammen mit Hessen und Rheinland-Pfalz zusammengefasst ist, war dies der Fall: nur noch 104 Organspender wurden 2022 in allen drei Bundesländern gezählt, das sind rund 40 weniger als in 2020 und 2021 – ein überdurchschnittlich hoher Rückgang mithin. Doch den Saarländern kann dies nicht angelastet werden, darauf weist die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) ausdrücklich hin. Die Statistik zeigt, dass sich im Saarland die Gesamt-Zahl der Spender 2022 nur minimal veränderte: Statt 21 Menschen im Jahr 2021 spendeten 20 Menschen eines oder mehrere Organe. Ein sehr kleiner Rückgang also. Nur weil sich in Rheinland-Pfalz die Zahl der Organspender nahezu halbierte, sei auch das Saarland in die Gruppe der Verlierer abgerutscht, so eine DSO-Sprecherin. Doch in Realität sei das Saarland in der Kategorie Spendenwilligkeit weiterhin in der Spitzengruppe.

Auch das findet sich in der am Montag veröffentlichten Statistik. Im Verhältnis zur Gesamteinwohnerzahl lag die Quote der Menschen, die sich im Saarland 2022 zu einer Organspende entschieden, bei 20,2 pro Million Einwohner. Der Durchschnittswert liegt bundesweit jedoch bei 10,3. Nur in Bremen waren noch mehr Menschen zu einer Organspende bereit. Dort liegt der Wert bei 20,6. Der niedrigste Wert liegt bei 7,9 (Niedersachsen).

Insgesamt wurden 2022 laut DSO in Deutschland 2.695 schwerstkranke Patientinnen und Patienten durch ein oder mehrere Organe gerettet. Aktuell warten noch 8500 Menschen auf ein Organ.

Bei der Hälfte der Organspenden, die nicht realisiert wurden, war eine fehlende Einwilligung der Grund. Wobei nur jeder vierte potenzielle Organspender selbst – schriftlich oder mündlich – bestimmt hatte, dass er nicht als Organspender in Frage komme. In nahezu jedem dritten Fall mussten die Angehörigen die schwierige Entscheidung alleine treffen, weil ihnen nicht bekannt war, was sich die Verstorbenen gewünscht hätten. Aus diesem Grund wird seit Jahren über eine Neuregelung des Organspendegesetzes diskutiert. Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach hat 2021 eine Widerspruchslösung vorgeschlagen: Jeder, der sich nicht ausdrücklich gegen eine Organspende ausspricht, soll künftig potenziell als Organspender herangezogen werden können.