Lagerhallenbrand in Homburg: Landesumweltamt sieht keine Gefahr

Messergebnisse liegen vor : Umweltamt: Keine Gefahr nach Hallenbrand

Die Schadstoffe in den Homburger Bodenproben bleiben weit unter den Grenzwerten.

Das Landesumweltamt hat nach dem Brand in der Homburger Kunststoff-Recyclingfirma Mobius keine Schadstoffe ermittelt, die Grenzwerte überschreiten. Das ist das Ergebnis der gestern veröffentlichen Analyse von sieben Bodenproben. Gemessen wurde an sieben Orten um die Brandstelle im Industriegebiet Ost, in Kirrberg und am Waldstadion, wie stark durch die Luft gewehte Teile mit chlorhaltigen organischen Verbindungen (PCB) und polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) belastet waren.

Die höchste Belastung an PAK fand das Amt in der Probe, die in Kirrberg, Eckstraße 28, von der Feuerwehr genommen worden war. Ein Spielzeug mit PAK-Konzentrationen in der gemessenen Größenordnung von 0,62 Milligramm pro Kilogramm wäre nach diesen Regelungen zulässig (und ungefährlich, selbst wenn das Kind es in den Mund nehmen würde), ordnet das Umweltministerium den Wert ein. Die krebserregende Leitsubstanz Benzo(a)pyren habe man hier nicht gefunden. Bei der Probe am Waldstadion sei der PAK-Wert mit 1,02 Mikrogramm pro Quadratmeter um den Faktor zehn niedriger gewesen als beim Sanierungsziel für bewohnte Innenräume nach Wohnungsbränden.

Bei den übrigen Proben war die PAK-Konzentration unterhalb der Bestimmungsgrenze. Auch PCB fand man in keiner Probe, so das Ministerium. Zwei Resultate bezüglich Asbest sollen heute vorliegen, da in der Halle aber kein Asbest verbaut war, rechne man mit negativen Ergebnissen – wie bei den schon ausgewerteten Proben. Aufgefundene Glasfasern vom Hallendach seien mehr als das Dreifache zu groß gewesen, als dass man sie hätte einatmen können. Messfahrten der Feuerwehr während des Brandes hatten keine erhöhten Konzentrationen an Schadstoffen ergeben.

Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, in der Halle könnten  noch giftige Isocyanate aus aufflackerndem Kunststoffgranulat austreten. Wie schützen sich die Arbeiter vor Ort? Die Brandermittler der Polizei trügen in der Halle Schutzhelme, Feinstaub- und umluftabhängige Atemmasken, so Sprecher Stephan Laßotta. Für die Feuerwehrleute am wichtigsten sind laut deren Chef Klaus-Peter Nashan die Atemschutzgeräte und persönlichen Schutzausrüstungen. Die Kleider würden teils gewaschen. Wer sich im gesicherten Bereich aufhalte, trage generell Augen- und Mundschutz und Schutzanzüge aus Papier, die anschließend entsorgt würden.

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