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Lafontaine nennt CDU "die Schuldenpartei"

Lafontaine nennt CDU "die Schuldenpartei"

Saarbrücken. Die Linke geht mit Fraktionschef Oskar Lafontaine an der Spitze in die Landtagswahl am 25. März. Er wurde auf einer Landesmitgliederversammlung in Saarbrücken, an der rund 300 der etwa 2400 Linken-Mitglieder im Land teilnahmen, mit 93,2 Prozent der Stimmen auf Platz eins der Landesliste gewählt

Saarbrücken. Die Linke geht mit Fraktionschef Oskar Lafontaine an der Spitze in die Landtagswahl am 25. März. Er wurde auf einer Landesmitgliederversammlung in Saarbrücken, an der rund 300 der etwa 2400 Linken-Mitglieder im Land teilnahmen, mit 93,2 Prozent der Stimmen auf Platz eins der Landesliste gewählt. Lafontaine konterte den Wahlslogan von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, für "eine Zukunft ohne Schulden" sorgen zu wollen, mit dem Vorwurf, die CDU sei "die Schuldenpartei". Sie habe das Saarland "hoffnungslos überschuldet - von 1955 bis 1985 und wieder seit 1999".Die SPD sei - anders als früher - jetzt zwar für den Mindestlohn und die Vermögensteuer, doch sage sie nicht, wie sie das mit der CDU umsetzen wolle. Den Grünen hielt er vor, sie hätten sich vor der letzten Wahl "von einem FDP-nahen Unternehmer kaufen lassen". Daher hätten sie in einem Parlament "nichts mehr verloren".

Lafontaine rügte zugleich, dass "Spitzenfunktionäre der Gewerkschaften" im Saarland zu den Personalabbauplänen von CDU und SPD im öffentlichen Dienst schwiegen. Wer sich so verhalte, sei als Gewerkschafter "eine Fehlbesetzung".

Hinter Lafontaine erreichten die ebenfalls jeweils ohne Gegenkandidaten angetretenen Landtagsabgeordneten Astrid Schramm und Barbara Spaniol auf den Plätzen zwei und drei der Landesliste eher mittelprächtige Zustimmungsquoten von 70,7 und 67,8 Prozent.

Ein Landtagsmandat für Lafontaine, Schramm und Spaniol gilt als sicher, da sie in den regionalen Wahlkreislisten vorne platziert sind. Daher waren im Grunde nur die aussichtsreichen Plätze vier und fünf der Landesliste von Bedeutung.

Im Kampf um Platz vier setzte sich der stellvertretende Bundesvorsitzende Heinz Bierbaum mit 74,4 Prozent der Stimmen gegen den Alt-Saarbrücker Abgeordneten Lothar Schnitzler (24,6 Prozent) durch. Auf Platz fünf behielt die Abgeordnete Heike Kugler aus dem Kreisverband St. Wendel mit 66,1 Prozent der Stimmen gegen zwei Konkurrentinnen die Oberhand. Kugler nutzte dadurch ihre letzte Chance auf einen Wiedereinzug in den Landtag, nachdem sie zuvor auf der Neunkircher Wahlkreisliste durchgefallen war. Bierbaum und Kugler waren von der Parteispitze unterstützt worden.

Für Gesprächsstoff sorgte das schlechte Abschneiden von Kandidaten aus Saarbrücken-Stadt bei den Listenaufstellungen. Bereits eine Woche zuvor war das Landesvorstandsmitglied Dagmar Trenz aus der Linken-Hochburg Burbach gegen die Abgeordnete Birgit Huonker im Kampf um Platz drei der Saarbrücker Liste unterlegen, nachdem Parteichef Rolf Linsler und der Saarbrücker Dezernent Harald Schindel für Huonker Partei ergriffen hatten. Huonker kommt wie Schramm aus dem Köllertal. Gestern untersagte Schindel als Versammlungsleiter dem Alt-Saarbrücker Abgeordneten Schnitzler, für Platz fünf zu kandidieren, da dieser laut Bundessatzung nur für Frauen bestimmt sei. Daher sah sich Schnitzler gezwungen, für Platz vier zu kandidieren, wo er erwartungsgemäß gegen Bierbaum keine Chance hatte.