Lärmschutz - nur wenn gewünscht

Lärmschutz - nur wenn gewünscht

Dudweiler. Thomas Bouillon vom Amt für Klima und Umweltschutz stellte am vergangenen Donnerstag die geplanten Lärmschutzmaßnahmen der Deutschen Bahn (wir berichteten) im Bezirksrat vor. Die Maßnahmen seien nun möglich geworden, weil die Bahn vom Verkehrsministerium 100 Millionen Euro jährlich zur Lärmminderung erhalten würde

Dudweiler. Thomas Bouillon vom Amt für Klima und Umweltschutz stellte am vergangenen Donnerstag die geplanten Lärmschutzmaßnahmen der Deutschen Bahn (wir berichteten) im Bezirksrat vor.Die Maßnahmen seien nun möglich geworden, weil die Bahn vom Verkehrsministerium 100 Millionen Euro jährlich zur Lärmminderung erhalten würde. Bouillon plädierte dafür, das Angebot der Bahn zu nutzen, denn "es wird auf absehbare Zeit die einzige Chance sein, um aus dem Fördertopf zu profitieren." Die Wände sollen an Strecken errichtet werden, an denen 70 Db(A) am Tag oder 60 Db(A) in der Nacht überschritten werden. Außerdem müsse "ein wirtschaftlicher Sinn" vorhanden sein. Wo dieser fehle, sollen passive Lärmschutzmaßnahmen (Schallschutzfenster, in extremen Fällen auch Schalldämmlüfter) Abhilfe schaffen. Allerdings müssten dann 25 Prozent der Kosten von den Eigentümern getragen werden, weil die Immobilien durch die neuen Fenster eine Wertsteigerung erfahren würden. Ingenieure hätten bereits die betroffenen Abschnitte untersucht. In Dudweiler seien 200 Häuser betroffen, in Scheidt 45 Häuser. Förderfähig seien jedoch nur Gebäude, die vor dem Jahr 1974 erbaut wurden. Neuere Eigenheime hätten bei der Errichtung schon einen entsprechenden Lärmschutz erhalten.

Und eine weitere Einschränkung gibt es: Die Schallschutzfenster werden ausschließlich in den Schlafzimmern der Häuser verbaut, weil man hauptsächlich die Ruhestörung in der Nacht beheben möchte. Bouillon: "Eine Küche oder eine Toilette wird keine Fenster von der Bahn erhalten." Hauseigentümer, die in den vergangenen zehn Jahren in Eigenregie ihre Häuser vor dem Lärm schützten, können laut Bouillon ihre Rechnung der Bahn vorlegen. Ein nachträglicher Zuschuss sei dann noch möglich.

Am Neuhauser Weg sollen laut Bouillon 485 Meter Wand entstehen, um 7 1/2 Db(A) soll sich der Schall dann reduzieren. Allerdings würden nur die Häuser südlich der Strecke profitieren, der nördliche Gleisabschnitt bekomme keine Lärmschutzwand und gehe somit leer aus. In Scheidt wird an der Bahnhofstraße und der Straße Am Bartenberg eine Wand errichtet.

Während der gesamten Baumaßnahmen müssten die Gleise für den Zugverkehr gesperrt werden. Hausgrundstücke würden allerdings nicht in Anspruch genommen und auch die Gärten der Anlieger blieben verschont.

Da die Maßnahme nur umgesetzt werden soll, wenn die Anlieger einverstanden sind, interessierte man sich im Bezirksrat dafür, wie die Meinung der Bevölkerung eingefangen werden soll.

An dieser Stelle erklärte Bouillon, dass die Stimmungslage bei der Informationsveranstaltung für Anwohner (Mittwoch, 29. August, 18 Uhr, im Bürgerhaus Dudweiler) eingefangen werden soll.

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