Kuwaitis entdecken Zweibrücken als Zweit-Wohnsitz

Kuwaitis entdecken Zweibrücken als Zweit-Wohnsitz

Zweibrücken. Ein Hauch von Orient in der Rosenstadt: In Kürze sollen arabische Gäste auf dem Zweibrücker Kreuzberg ihren Wohnsitz fern der Heimat beziehen. Die Neustädter EfK (Entwicklungsgesellschaft für Konversionsprojekte) hat ihre Wohnungen in vier der Gebäude umgebaut und teilweise an die "gehobene Mittelschicht aus Kuwait" verkauft; an Staatsanwälte oder Lehrer

Zweibrücken. Ein Hauch von Orient in der Rosenstadt: In Kürze sollen arabische Gäste auf dem Zweibrücker Kreuzberg ihren Wohnsitz fern der Heimat beziehen. Die Neustädter EfK (Entwicklungsgesellschaft für Konversionsprojekte) hat ihre Wohnungen in vier der Gebäude umgebaut und teilweise an die "gehobene Mittelschicht aus Kuwait" verkauft; an Staatsanwälte oder Lehrer. Das erklärte der Zweibrücker Rechtsanwalt Wolfgang Knerr, der die EfK in Rechtsfragen vertritt: "Elf Stück sind veräußert, vier weitere notariell beurkundet und noch mal 21 über einen Vorvertrag nach Kuwait verkauft."Seine Mandaten, zwei arabische Investoren, die die Anteile der EfK kürzlich zu gleichen Teilen aufgekauft hatten, wollen alle 48 Wohnungen bis Ende April verkaufen. Ursprünglich war geplant, dass Familien von der arabischen Halbinsel in den renovierten Wohnungen nur Urlaub machen. Nun hat die EfK sie gleich verkauft, damit die Besitzer die Rosenstadt "als Anlaufpunkt nutzen können", um das Land zu erkunden. In Kuwait habe ein von der EfK beauftragter Reisevermittler die Wohnungen auf einer Messe angeboten. Die Nachfrage sei gut gewesen, so Knerr, der zu den Renovierungskosten schweigt, den Kaufpreis als "angemessen und ortsüblich" bezeichnet.

Vor allem die Nähe zu den Style Outlets und die "schöne Lage" in Nachbarschaft zum Saarland und Frankreich sowie die Sehenswürdigkeiten der Pfalz hätten den Ausschlag gegeben. Knerr fügt an, dass die Wohnungen noch nicht bezugsfertig sind, sich aber "im fortgeschrittenen Zustand der Renovierung" befinden. Ab 1. Mai sollen arabische Gäste auf dem Kreuzberg Station machen. Dann soll der Plan auch die letzte formale Hürde genommen haben. Knerr: "Die Stadt muss diese Nutzung der Gebäude noch genehmigen." Am 30. April nimmt sich der Bauausschuss des Themas an. "Wir hoffen auf die Genehmigung", so der Anwalt. Die dürfte Formsache sein, denn die Stadtverwaltung möchte laut Sprecher Heinz Braun auch, dass die EfK-Wohnblocks nicht auf den Wohnungsmarkt kommen.

Im nicht öffentlichen Teil seiner Mittwochssitzung beauftragte der Stadtrat daher die Verwaltung, Verhandlungen mit der EfK aufzunehmen. Ziel sei ein städtebaulicher Vertrag, in dem der Verzicht auf Mietwohnungen festgeschrieben wird. Bevor die Araber-Pläne der EfK bekannt wurden, hatte die Stadt das gesamte Gebiet der früheren amerikanischen Wohnsiedlung neu ordnen und marode Wohnblocks abreißen wollen. Für die Zukunft hat die EfK schon Überlegungen geäußert, vier weitere Gebäude mit 98 weiteren Wohnungen zu erwerben. Anwalt Knerr: "Das ist aber noch Zukunftsmusik."