Kurzfristige Absage im Restaurant: Sternekoch Bau will jetzt Vorkasse

Kostenpflichtiger Inhalt: Gastronomie : Geplatzte Reservierungen bedrohen Saar-Köche

Viele Gäste erscheinen trotz Tisch-Buchung nicht. Sternekoch Bau in Perl verlangt deswegen jetzt sogar Vorkasse.

Mehrfache Reservierungen, kurzfristige Absagen oder sogar keine Rückmeldung: Saarländische Gastronomen machen immer häufiger die schlechte Erfahrung, dass Tische leer bleiben, obwohl sogar andere Gäste vertröstet werden mussten. Sie büßen deshalb Umsätze ein. Vor allem in Restaurants mit wenigen Tischen, die trotz langer Warteliste nicht in letzter Minute umbesetzt werden können, ärgert dieser Trend die Gastronomen und reißt Löcher in die Kasse.  „Der betriebswirtschaftliche Schaden, der durch ein solches Verhalten entsteht, ist für Restaurant-Inhaber ein großes Problem“, stellt Frank Hohrath, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga im Saarland gegenüber der SZ fest. „Seit zwei Jahren wenden sich immer mehr Gastronomen deshalb an uns.“

Die Unzuverlässigkeit mancher Kunden betrifft die ganze Branche, auch die gehobene Gastronomie. Jetzt zieht das Restaurant von Drei-Sterne-Koch Christian Bau in Perl die Reißleine. Ab März sollen Kunden bei einer Reservierung an Wochenenden oder Feiertagen in Vorkasse treten. 200 Euro pro Gast werden vorab per Kreditkarte eingezogen, kündigt Bau auf einer Internet-Plattform für Gastronomiebetriebe an. Ähnliche Überlegungen gibt es auch im Saarbrücker Sternerestaurant Gästehaus Erfort, wie der Betrieb auf Anfrage bestätigte.

Diesen Schritt begrüßt der Dehoga. Über den finanziellen Schaden hinaus gehe es auch um die Wertschätzung der Arbeit, meint Hohrath. Die Betriebe bereiteten sich auf ihre Gäste  vor und dürften erwarten, dass diese sich an die Spielregeln halten. Die Entscheidung von Bau sei folgerichtig. „Eine solche Vorgehensweise empfehlen wir auch unseren Mitgliedern, das macht die Hürden für eine kurzfristige Absage höher.“