1. Saarland

Kunterbunte Stoffkompositionen

Kunterbunte Stoffkompositionen

St. Ingbert. Farbenfroh ging es zu im Kuppelsaal des Rathauses, als die "Fliggstigga" am letzten Wochenende zu Gast waren. Sie hatten Quilts mitgebracht und viele andere Dinge, die in Patchwork-Technik gefertigt waren: Taschen, Tiere, Topflappen, Tischdecken, Läufer und vieles mehr, was sie einer breiten Öffentlichkeit zeigen wollten.Damit sorgte die St

St. Ingbert. Farbenfroh ging es zu im Kuppelsaal des Rathauses, als die "Fliggstigga" am letzten Wochenende zu Gast waren. Sie hatten Quilts mitgebracht und viele andere Dinge, die in Patchwork-Technik gefertigt waren: Taschen, Tiere, Topflappen, Tischdecken, Läufer und vieles mehr, was sie einer breiten Öffentlichkeit zeigen wollten.Damit sorgte die St. Ingberter Frauengruppe denn auch bei vielen Besuchern für Verwunderung darüber, was "Frau" so alles aus Stoffresten machen kann. Denn ursprünglich heißt Patchwork ja "Flickwerk" oder "Stückwerk" und bezeichnet eine Technik, bei der Stoffstücke zu gemusterten Flächen zusammen genäht werden. Eine zweckvolle Verwendung für Stoffreste aller Art, allemal. Doch das hat sich im Laufe der Jahre geändert und die für Patchwork verwendeten Stoffe sind lange schon nicht mehr nur Reste. Viele Designer haben sich im Laufe der Jahre dem "Komponieren mit Stoff" verschrieben.Wie Maggie Malone oder Kaffee Fasset, der "britische König der Wohnungsdekoration", dessen Quilts, Patchworks, Strickarbeiten und Gobelins um die Welt gingen - er war übrigens 1988 der erste Textilkünstler, der eine Einzel-Ausstellung im Victoria & Albert Museum in London erhielt. Viele Bücher widmen sich dem Patchwork und dem Quilten, sprich der Fertigung dreilagiger Stoffdecken oder Wandteppiche; sie beinhalten Fotografien, Tipps zur Herstellung und Muster zum Nachmachen, an denen sich viele Patchworker orientieren. So waren auch in der St. Ingberter Ausstellung neben den Quilts häufig die Namen verschiedener Mustergeber zu lesen.Petra Bogatzky hat sich für ihren Quilt mit dem Titel "Riviera" ebenso wie Dorothee Heydt für ihren "Häuserquilt" an Bernadette Mayr orientiert, einer österreichischen Textilgestaltern. Sie hätten deren Ausstellung in Aschaffenburg besucht und mit ihren Quilts Anfang des Jahres begonnen. Mehr als hundert Stunden habe man auf alle Fälle aufgewandt und gar die Stoffe selbst eingefärbt, erzählen die beiden, die aus Dudweiler stammen und sich vor etwa eineinhalb Jahren der St. Ingberter Gruppe angeschlossen haben. Alle zwei Wochen kommen sie seither zum Treffen der Fliggstigga im Caritas-Zentrum in der Kaiserstraße und tauschen sich aus. Da auch Bogatzkys Mutter Ursula Engel Interesse an Patchwork hat, schloss sie sich ihnen kuzerhand an und ist mit ihren 80 Jahren nun das älteste Mitglied der "Fliggstigga".Wenn auch die Gruppenmitglieder diese Möglichkeit der öffentlichen Präsentation eifrig nutzten, so ging es an diesem Wochenende aber in erster Linie doch um etwas anderes: Ein Samplerquilt, eine Gemeinschaftsarbeit aller Gruppenmitglieder, den sie nach der Vorlage von Eli Thomae "Strandhäuser" genannt haben, wurde mit mehr als 20 kleinen Trostpreise zu Gunsten eines guten Zwecks verlost. "Insgesamt konnten wir so rund 1000 Euro erwirtschaften, die wir der von der Caritas angebotenen Hausaufgabenbetreuung für Migrantenkinder spenden", freuen sich Susanne Schmitt und Gerda Schütz, die als Ansprechpartnerinnen der Gruppe fungieren.Und dabei sprechen sie der Stadt ein dickes Lob aus, da sie ihnen den Kuppelsaal kostenlos und unbürokratisch zur Verfügung gestellt hat.