Kunstwerke versinken im Gestrüpp "Vieles funktioniert nicht"

Kunstwerke versinken im Gestrüpp "Vieles funktioniert nicht"

Merzig. Grünen-Fraktionschef Klaus Borger erinnerte in einer Pressemitteilung daran, dass der Seffersbachbereich vor einigen Jahren durch ein Projekt des städtischen Kulturamtes aufgewertet werden sollte

Merzig. Grünen-Fraktionschef Klaus Borger erinnerte in einer Pressemitteilung daran, dass der Seffersbachbereich vor einigen Jahren durch ein Projekt des städtischen Kulturamtes aufgewertet werden sollte. "Kunst-Mühlen-Wasser - eine Hommage an die Mühlentradition am Merziger Seffersbach" lautete der Titel des Projektes, das an Pfingsten 2004 an den Start gegangen war und maßgeblich die Handschrift der damaligen Kulturamtsleiterin Martina Malburg getragen hatte. "Es war ein ambitioniertes Projekt, das den Seffersbachbereich um den Gustav-Regler-Platz herum signifikant aufwerten sollte. Es verwunderte damals niemanden, dass dieses Projekt von zahlreichen Merzigern als gut und sinnvoll bezeichnet wurde", befindet Borger. Schließlich sei es um die "gute Stube" von Merzig gegangen, die sich städtebaulich in einem "eher kläglichen" Zustand befunden habe "und eigentlich bis heute noch befindet". "Kunst-Mühlen-Wasser" sollte den städtebaulichen Charakter mit den Jahren verbessern, erinnert Borger.Ein Teil des Projektes nannte sich "Insel-Galerie". Die Künstler Franz Studer und Christoph Diversy hatten angestrebt, die Liebesinsel im Seffersbach mit fünf großformatige Granit- und Licht-Skulpturen ins rechte Licht zu rücken. Was nach Ansicht von Borger durchaus gelungen war: "Viele Menschen bekamen leuchtende Augen, als sie an Pfingsten 2004 das Ergebnis der Präsentation sehen durften. Es war eine Augenweide, wie damit ein Teil von Merzigs guter Stube aufgewertet wurde." Viele hätten schon das Ufer des Seffersbaches im neuen Glanz erstrahlen sehen, meint der Grünen-Sprecher.

Viel Geld investiert

"Doch was ist daraus geworden?", fragt Borger. Und gibt die Antwort gleich selbst: Heute habe sich die Natur die Liebesinsel zurückerobert. "Die Kunstwerke wirken zwischen Unkraut und Gestrüpp eher wie Fremdkörper. Angestrahlt werden sie schon lange nicht mehr, man gewinnt den Eindruck, dass man sie gar nicht mehr sehen möchte", kritisiert Michael Rauch, grünes Mitglied des Merziger Ortsrates. So seien die Lichtprojektionen im Laufe der Zeit ganz allmählich in Vergessenheit geraten. Rauch: "Viel Geld wurde damals investiert. Zu viel, wenn wir heute das Ergebnis betrachten". Es hätte aber ganz anders kommen können, finden die Grünen. "Doch wie so oft verabschiedet sich etwas Sinnvolles schleichend aus dem Gedächtnis der Menschen, wenn es nicht gehegt und gepflegt wird", heißt es von Seiten der Grünen-Fraktion. Klaus Borger: "Auch dieses Beispiel zeigt ein Problem in Merzig. Mit großer Begeisterung und Tamtam wird Neues präsentiert, aber um die Erhaltung und Pflege kümmert man sich nicht." Die Grünen in Orts- und Stadtrat setzen sich nach eigenem Bekunden dafür ein, dass dieses Projekt wieder auflebt: "Die Skulpturen sind umgehend freizuschneiden und in der Dunkelheit wieder anzustrahlen - in der Klimaschutzstadt Merzig natürlich mit Sonnenenergie!" Merzig. Auch nach Meinung des CDU-Ortsverbands Merzig soll der Merziger Seffersbachbereich attraktiver werden. "Wir haben einen wunderschönen Bereich geschaffen", sagt Wolfgang Steinmetz, Vorsitzender der kernstädtischen CDU. "Schade nur, dass vieles von dem, was attraktiv ist, nicht funktioniert." Steinmetz bemängelt in einer Pressemitteilung unter anderem, dass das Mühlrad nicht mehr angestrahlt wird."Vor einigen Jahren hatte die CDU schriftlich beantragt, dass das Mühlrad angestrahlt wird. Dieser Vorschlag wurde auch umgesetzt, sah gut aus - aber jetzt funktionieren die Leuchten nicht mehr." Auch die Insel im Seffersbach sollte nach Meinung der Merziger Christdemokraten dringend optisch aufgewertet werden. "Wunderschöne Skulpturen stehen auf der Insel", ergänzt Jessica Theobald, stellvertretende Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Merzig. "Allerdings sieht man diese nicht immer: Entweder sieht man sie nicht, weil auf der Insel Unkraut wuchert - oder wenn es dunkel ist, werden diese nicht angestrahlt." Die beiden CDU-Vertreter monieren außerdem, dass der Springbrunnen und der in die Treppen inegrierte "Bachlauf" nicht funktionieren.

Wird zurzeit nicht mehr angestrahlt: das Mühlrad. Foto: rup.

"Für viel Geld sind diese Dinge angeschafft worden, wenn sie funktionieren sind sie attraktiv und werten diesen Bereich unglaublich auf. Die CDU Merzig wünscht, dass beide Attraktionen wieder funktionstüchtig gemacht werden." Ihre Forderungen hat die CDU in einem Schreiben an die Stadtverwaltung formuliert. red