Zum Welttag des Meeres Kunstaktionen in Saarbrücken gegen Verschmutzung der Ozeane

Saarbrücken · Anlässlich des morgigen „Tag des Meeres“ planen zwei Saar-Hochschulen und andere Organisationen Aktionen. Den Auftakt macht heute Abend eine Lichtinstallation.

 Diese multimediale Kunstinstallation von Ivica Maksimovic wird am heutigen Montag, 7. Juni, um 21.30 Uhr nur ein einziges Mal am Silodom am Saarbrücker Osthafen gezeigt (falls es nicht regnet).

Diese multimediale Kunstinstallation von Ivica Maksimovic wird am heutigen Montag, 7. Juni, um 21.30 Uhr nur ein einziges Mal am Silodom am Saarbrücker Osthafen gezeigt (falls es nicht regnet).

Foto: Ivica Maksimovic

Die Ozeane sind in einem katastrophalen Zustand. Voller Müll aller Art, verseucht durch Mikroplastik, angeheizt von den Auswirkungen steigender CO2-Emissionen. Wenn wir nichts tun, wird das gravierende Auswirkungen auf unser Leben haben, denn das hängt entscheidend davon ab, ob das Ökosystem Meer funktioniert. Man weiß das ja, aber will man es so genau wissen? Schließlich ist gerade Corona. Doch die Umweltkrise kommt mit voller Wucht. Und so steht am Dienstag (8. Juni) nicht die Pandemie, sondern das Meer im Mittelpunkt.

Die Initiatoren des facettenreichen saarländischen Projekts zum Welttag des Meeres, darunter die „Scientists for Future Saarland“ (Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen für die Zukunft), wollen am 8. Juni ein Bewusstsein für den Ernst der Lage schaffen. Und so vernetzten sie Menschen aus allen Fachbereichen der Universität des Saarlandes sowie der Hochschule der Bildenden Künste (HBK). Idee und Anspruch: Menschen nicht nur über harte Fakten, sondern über emotionale Kunstaktionen für den „Ozean in mir“ sensibilisieren.

Die Infos gibt es am 8. Juni ab 16 Uhr am Willi-Graf-Ufer in Saarbrücken, die Kunst findet am Abend zuvor am Saarbrücker Silo (am Hafen) und am Aktionstag selbst an der Medienfassade der HBK-Galerie am Ludwigsplatz statt. Beteiligt sind nicht nur Umweltorganisationen, sondern zum Beispiel auch der Saar-Tauchsportbund oder das Netzwerk Entwicklungspolitik (siehe Info). Wie man Seefisch in einer innovativen, umweltschonenden Aquakultur züchtet, stellt das Saarbrücker Start-up Seawater Cubes vor.

Mit dem Ozean hat sich Ivica Maksimovic, Professor für Kommunikationsdesign an der HBK, intensiv auseinandergesetzt. Er habe mit Begeisterung das Buch „Das Blaue Wunder“ der aus dem Saarland stammenden Meeresbiologin Frauke Bagusche gelesen, das dem gemeinsamen Aktionstag der Unis unter dem eher beliebigen Motto „Eine Uni – ein Buch“ quasi als wissenschaftlich-emotionale Grundlage dient. Bagusche wird ebenfalls einen Vortrag halten. Der Kommunikationsdesigner entwickelte eine künstlerische Projektion, die am Montag, 7. Juni, um 21:30 Uhr am Silodom am Saarbrücker Osthafen zu sehen sein wird. Weitere HBK-Professoren beteiligen sich mit eigenen Projekten und Performances.

„Wir zeigen diese Installation nur an diesem einen Abend“, sagt Maksimovic, der das Projekt mit seinen Kollegen Burkhard Detzler und Alexander Wöhler umgesetzt hat. Es soll um das Erlebnis des Augenblicks gehen. „Einen tollen Sonnenuntergang am Meer kann man auch nicht wiederholen.“ Außerdem wolle man ein Zeichen setzen gegen das „inflationäre Beamen.“ Und was erwartet die Zuschauer? Nichts weniger als ein „Zwiegespräch mit dem Ozean“ – Wellengang und Meeresrauschen.

Kommunikationsdesignerin Fiona Arenz wird am 8. Juni auf dem Tbilisser Platz vor dem Saarbrücker Staatstheater eine großflächige Installation anfertigen. Gerettete Textilien werden im Upcycling zu einem farbenfrohen Korallenriff vernäht. Der bunte Schein trügt: Die Riffe sind extrem gefährdet. Und wer sich traut, kann an einer Performance teilnehmen und Bewegungen ozeanischer Lebensformen nachempfinden.