Kunst ohne GrenzenGepaco-Projekt vernetzt Kommunen

Kunst ohne GrenzenGepaco-Projekt vernetzt Kommunen

Losheim am See. "Eigentlich müsste es heißen: Künstler der Großregion", meinte Dr. Susanne Reichrath, die in Vertretung des Schirmherrn, des Ministers für Inneres, Kultur und Europa, Stephan Toscani, nach Losheim zur Ausstellungseröffnung gekommen war

Losheim am See. "Eigentlich müsste es heißen: Künstler der Großregion", meinte Dr. Susanne Reichrath, die in Vertretung des Schirmherrn, des Ministers für Inneres, Kultur und Europa, Stephan Toscani, nach Losheim zur Ausstellungseröffnung gekommen war. Sie lobte die große Vielfalt der Exponate und das bemerkenswerte Engagement der Menschen, die dieses künstlerische Ereignis immer wieder organisieren und mit Leben erfüllen. "Losheim hat sich mit kulturellen Veranstaltungen auch überregional einen Namen gemacht", erklärte der Gast aus Saarbrücken, und die Eisenbahnhalle in Losheim sei zu einem Kulturzentrum geworden, das sehr gerne besucht werde.

Erlebniswanderung zur Kunst

In der Tat waren die Bilder und Skulpturen so geschickt angeordnet, dass der Gang durch die Ausstellung zu einer kleinen Erlebniswanderung wurde. Immer wieder gab es Überraschungen. Sogar einen Gepäckwagen der Museumseisenbahn hatte man mit einbezogen und darin einige kleinere Skulpturen untergebracht. Initiiert wurde die Ausstellung von dem Künstlerpaar Martin und Simone Gabriel aus Lothringen und dem Losheimer Maler Dieter Pillar. Gabriel bezeichnete sein Engagement als bescheidenen Beitrag zur Realisierung des europäischen Gedankens, aber Bürgermeister Lothar Christ war mit dieser Bescheidenheit nicht ganz einverstanden und überreichte den Gabriels als Anerkennung für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz einen gut gefüllten Präsentkorb.

Zur Eröffnung waren zahlreiche Gäste gekommen, darunter auch Bürgermeister und Beigeordnete aus Konz, Strassen (Luxemburg), Habay (Belgien) und Montigny-les-Metz (Frankreich). Das Sebastian-Wust-Trio begleitete die Vernissage mit ausgewählten Kompositionen, und nach dem offiziellen Teil gab es viele interessante Begegnungen und Gespräche.

Forum für den Nachwuchs

Auch Nachwuchskünstler hatten wieder die Gelegenheit, ihre Werke einem größeren Publikum zu präsentieren. In Zusammenarbeit mit Dieter Pillar hatte die Peter-Dewes-Gesamtschule Losheim ein Projekt durchgeführt, aus dem ein paar sehr schöne Bilder hervorgegangen waren. Auch die Förderschule für geistige Entwicklung in Merchingen beteiligte sich mit Schülerarbeiten.

Eine besondere internationale Note bekam die Ausstellung durch einige Exponate aus Benin, wohin die Gemeinde Losheim eine Städtepartnerschaft unterhält. Trotz des sonnigen Herbstwetters war die Veranstaltung an allen drei Tagen sehr gut besucht - ein Zeichen dafür, dass die Ausstellung "Künstler der Region" bei vielen Menschen einen festen Platz im Terminkalender einnimmt. Wie schon in den vergangenen Jahren oblag auch dieses Mal wieder einer Jury die zugleich schöne und schwere Aufgabe, aus all den beeindruckenden Werken die besten herauszulesen (siehe Infokasten).Losheim am See. Im Rahmen der 15. Internationalen Ausstellung "Künstler der Region" traf der Bürgermeister der Gemeinde Losheim am See, Lothar Christ, mit Vertretern verschiedener Kommunen aus Rheinland-Pfalz, Luxemburg, Frankreich und Belgien zusammen. Christ begrüßte in der Eisenbahnhalle die Verwaltungschefs aus Konz, Habay (Belgien), Strassen (Luxemburg) und Montigny-les-Metz (Frankreich). "Unsere Kommunen sind zwar unterschiedlich strukturiert, aber viele Projekte und Probleme sind uns gemeinsam", erklärte Christ, der zu der Zusammenkunft eingeladen hatte. Alle fünf Städte und Gemeinden gehören dem 2010 auf Losheimer Initiative hin gegründeten Gepaco-Netzwerk an. Gepaco ist die Abkürzung für den Begriff GemeindePartner/PartenairesCommunaux. Die Zusammenarbeit beinhaltet den Informationsaustausch in den Bereichen Verwaltung, Kultur, Handel und Umweltschutz, aber auch gemeinsame Projekte. So soll jetzt in den Kindergärten in Losheim muttersprachlicher Französischunterricht in spielerischer Form stattfinden. "Wenn jemand da ist, der nur Französisch mit den Kindern spricht, lernen sie die Sprache unseres Nachbarlandes ohne Stress und Leistungsdruck", erläuterte Christ.

Die Gepaco-Mitglieder, die sich erstmals im Juni 2011 in Luxemburg zusammengefunden hatten, wollen einen regelmäßigen, lebendigen Austausch pflegen. Veranstaltungen wie die gegenwärtige Kunstausstellung bieten dafür natürlich einen besonders schönen Rahmen. eil

"Viele Projekte und Probleme sind uns gemeinsam."

Lothar Christ über die Mitglieder des Gepaco-Projektes

Auf einen Blick

Folgende Künstler wurden in besonderer Weise ausgezeichnet:

Ölmalerei: Christine Vilhelm, Pompey, Frankreich; Pierre Koppe, Rozerieulles, Frankreich, und Gabriele Raueiser, Losheim.

Acryl: Philippe Richermoz, Chatellertault, Frankreich; Regine Ducarn-Pehu, Niederanven, Luxemburg; Brigitte Leinenberger, Merzig.

Aquarell: André Guinot, Mirecourt, Frankreich, Dr. Evelyn Kley, Merzig, Sylvie Weissen-Zoller, Itzig, Luxemburg.

Zeichnung/Pastell/Kreide: Peter Becker, Nalbach, Victor Wormsbecher, Losheim, Joel Gritti, Braumont, Frankreich.

Mischtechniken: Kerstin Mittne, Nittel, Rheinland-Pfalz, Marianne Kohl-Wester, Itzig, Luxemburg, Sonja Hager, Weiskirchen und John Schmit, Ellange, Luxemburg.

Skulpturen: Michel Grimmer, Rohrbach-les-Bitche, Frankreich, Gillian Simpson, Franz Wieland, Konz und Vincent Bayonna, Büschfeld.

Sonstiges: Anne-Marie Mugnier-Colin, Frankreich, Dr. Jutta Orth, Losheim.

Schülerpreis: Jana Jakobs, Celine Thome, Losheim; Noah Jakobs und Céline Paulus, Losheim.

Förderpreis für Nachwuchskünstler: Vivian Mittne, Nittel.

Förderungspreis: Nicolas Engel-Larchez, Frankreich.

Preis des CEPAL: Schule zum Broch, Merchingen.

Preis der Jury: Anke Kirsch-Hoff, Heusweiler.

Preise des Bürgermeisters: Michaela Knospe aus Greimerath.

Partnerschaftspreise des Bürgermeisters: Sonja Gleis aus Strassen, Luxemburg, und Anne-Marie Bouillon aus Haby-La Vieille, Belgien. eil

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