Kunst mit der Dose am Bahnhof

Saarbrücken. Viele bunte Bilder, noch mehr Spraydosen und Jugendliche, denen man den Spaß an der Graffiti-Kunst deutlich anmerkte. "Es ist einfach eine ganz andere Art von Kunst. In der Schule malt man fast nur mit dem Pinsel. Hier sprüht man. Es macht großen Spaß", sagte der 13-jährige Bastian, der seinem Werk mit einem hellen Blauton gerade den letzten Schliff verpasste

 Im Kulturzentrum am Eurobahnhof lernten Jugendliche die Grundkenntnisse der Graffiti-Kunst in einem Workshop. Foto: Heiko Lehmann

Im Kulturzentrum am Eurobahnhof lernten Jugendliche die Grundkenntnisse der Graffiti-Kunst in einem Workshop. Foto: Heiko Lehmann

Saarbrücken. Viele bunte Bilder, noch mehr Spraydosen und Jugendliche, denen man den Spaß an der Graffiti-Kunst deutlich anmerkte. "Es ist einfach eine ganz andere Art von Kunst. In der Schule malt man fast nur mit dem Pinsel. Hier sprüht man. Es macht großen Spaß", sagte der 13-jährige Bastian, der seinem Werk mit einem hellen Blauton gerade den letzten Schliff verpasste. 15 Jugendliche trafen sich im Kulturzentrum am Eurobahnhof (Kuba) in Saarbrücken zum Graffiti-Workshop. Der gemeinnützige Verein "Kulturzentrum am Eurobahnhof" hatte zu dem Workshop aufgerufen, und für zehn Euro Materialkosten konnte man in die moderne Form der Kunst eintauchen."Zunächst haben wir den Jugendlichen etwas zu der Entstehung der Graffiti-Kunst erzählt. Das fing in den 1970er Jahren in New York an", erklärte der Grafiker Colin Kaesekamp, der den Workshop leitete. Nach der theoretischen Einführung und dem Vorstellen einiger Graffiti-Grundtechniken kam für die Jugendlichen endlich der Griff zur Dose. Auf großen Holzplatten konnten sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Die einen sprühten Schriftzüge, andere wiederum sehr exakte bunte Linien. Sogar die Tierwelt wurde auf die Holzplatten gebracht. "Es sind einige Jugendliche mit großem Talent dabei. Manche benutzten Schablonen und Klebestreifen, damit die Arbeiten auch sehr genau werden", freute sich Kaesekamp über die Resultate, während der Sprühnachwuchs gar nicht genug bekam. "Diese Art von Kunst auszuprobieren, ist interessant. Ich denke, dass ich mein Zimmer zu Hause so gestalten werde, obwohl meine Eltern das nicht so toll finden", sagte die 13-jährige Michaela mit einem Lächeln auf den Lippen. Der 14-jährige Timon kann sich sogar vorstellen, der Graffiti-Kunst treu zu bleiben. "Warum nicht. Es macht Spaß, und man kann auf dem Gebiet sehr viel lernen."

Vom wilden Sprühen auf öffentliche Gebäude halten die Jugendlichen und Workshop-Leiter Colin Kaesekamp allerdings nichts. "Ich denke, das hat wenig mit Kunst zu tun. Das ist einfach nur der Bock der Jugendlichen auf Action. Wer sich mit Graffiti auskennt, weiß, dass das wilde Besprühen von Wänden oft keine Qualität hat. Man lächelt drüber", sagte der 32-jährige Grafiker, während die Jugendlichen die letzten Reste Farbe aus den bunten Spraydosen kitzelten.

Über weitere Workshops des Vereins gibt's Informationen auf www.kuba-sb.de oder unter Tel. (06 81) 9 59 12 00.

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