1. Saarland

Kunst, Kultur und viel Geschmack

Kunst, Kultur und viel Geschmack

Dudweiler. Man durfte sich nicht von der Kehrmaschine abschrecken lassen, die am Samstag mit viel Getöse schon um halb drei die Fußgängerzone in der Saarbrücker Straße in Dudweiler gesäubert hat. "Es spielt sich alles auf dem Markt ab", bedauerte Martina Scheller, Geschäftsführerin der Secondhand-Boutique in der Fußgängerzone

Dudweiler. Man durfte sich nicht von der Kehrmaschine abschrecken lassen, die am Samstag mit viel Getöse schon um halb drei die Fußgängerzone in der Saarbrücker Straße in Dudweiler gesäubert hat. "Es spielt sich alles auf dem Markt ab", bedauerte Martina Scheller, Geschäftsführerin der Secondhand-Boutique in der Fußgängerzone. "Es haben einfach so viele abgesagt, dass ich jetzt schon abbauen muss, weil hier tote Hose ist", meinte die 48-Jährige aus Sulzbach.Aber je näher man dem Marktplatz kam, umso kulinarischer duftete es, und die Musik erinnerte an Urlaub. "Kultur ist für mich persönlich notwendig. Warum in die Welt fahren, wenn man die Kultur nach Hause holen kann?", meinte Gabriele Günther vom Gewerbeverein "Pro Dorf". Der seit sieben Jahren eingetragene Interessenverein organisierte am vergangenen Samstag den inzwischen zweiten Kunst-Kulturmarkt auf dem Dudoplatz.

"Wir wollen den Stadtbezirk durch anspruchsvolle Feste aufwerten", sagte Vorstandsmitglied Gabriele Günther im SZ-Gespräch. "Leider haben uns heute kurzfristig fünf Gewerbler abgesagt, da ist in der Fußgängerzone ein Loch entstanden", bedauerte sie. Doch die vorhandenen 20 Gewerbestände sorgten von Anfang an für eine besondere Atmosphäre. "Mal nicht nur Essen und laute Musik", hörte man von Besuchern aus Saarbrücken. "Unser Markt ist klein, aber fein. Man trifft Leute, die man ewig nicht gesehen hat", fügte Sandra Zitt, Vorstandsmitglied von Pro Dorf noch hinzu. So blieb auch Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, die zur Eröffnung des Marktes am Samstagvormittag mit Bezirksbürgermeister Walter Rodermann und Kulturdezernent Eric Schrader in Erscheinung trat, noch bei den Naccaratos hängen, die mit ihren Feinkost-Spezialitäten vertreten waren. "Nancy Naccarato hat ständig Rezept-Ideen", erläuterte Gabriele Günther.

Die 47-Jährige Geschäftsfrau wusste auch für Charlotte Britz kulinarischen Rat. "Ich hatte nur mal wieder eine Gewürzidee", scherzte sie. Und spätestens ab halb eins standen die Bühnenattraktionen nicht mehr still bis zum frühen Abend.

Von indonesischem Tanztheater in Stimmung gebracht, übernahmen die philippinischen Tanz-Rhythmen die gute Stimmung der Besucher und gaben das Launezepter an Max Bousso weiter, der mit seiner Trommelshow die Kinderherzen in Wallung brachte. "Auf die tamilischen Mädchen aus Sri Lanka bin ich besonders stolz", kommentierte Gabriele Günther das Geschehen, "die Mädchen gehen ja hier in die Schule, man kennt sie." Durch die Vorbereitungen habe man auch den Kontakt zu den Kulturgruppen enger geknüpft. "Mit den Eltern der Mädchen konnten wir bei den Treffen sogar richtig quatschen", erzählte Günther lachend. Kulinarisch umgeben von zischenden Bratpfannen, einer Cocktail-Lounge, einer Verkostung bei Weinhändler Dirk Mast, kunsthandwerklichen Angeboten von Schmuck bis afrikanischen Gefäßen war so mancher Besucher - vor allem auch von der Brautmodenschau aus dem Hause Puntosposa - begeistert. "Das war ja eine Reise in die Vergangenheit", schwärmte Besucherin Karin Günther aus Sulzbach, "vor allem das Kleid aus Sri Lanka in Rot und Gold - ein Traum." mh