1. Saarland

Kunst in der Theke

Kunst in der Theke

Seit 2012 ist Horst Kraemer Mitglied im Neunkircher Künstlerkreis. In seiner Ausstellung am Oberen Markt in Neunkirchen zeigt er „aufgeräumte“ Werke in warmen, erdigen Farben, in verschiedenen Techniken.

Gut 50 Menschen fanden den Weg am Sonntagmorgen in die ehemalige Metzgerei Merscher am Oberen Markt. An diesem für eine Kunstausstellung eher ungewöhnlichen Ort stellte der Neunkircher Künstler Horst Kraemer seine Bilder einem interessierten Publikum vor. 38 Exponate verteilen sich in dem Ladenlokal, hängen an mit Packpapier verkleideten Wänden oder liegen in der Theke. Seit etwa zehn Jahren ist Horst Kraemer künstlerisch tätig. Zunächst gestaltete er seine Bilder nur für sich selbst und legte wenig Wert auf ihre Präsentation in der Öffentlichkeit. Ab 2008 beteiligte er sich an Gruppenausstellungen und wurde 2012 offizielles Mitglied im Neunkircher Künstlerkreis. Auf die Frage nach dem Titel seiner Ausstellung, die er "Zwischenstation" nennt, meinte er: "Ich bin ja noch nicht fertig." Annelie Scherschel-Freudenberger, Vorsitzende des Künstlerkreises, sagte dazu in ihrer Begrüßungsrede: "Dieser Titel deutet an, dass wir hier nur eine Momentaufnahme eines fortgehenden Schaffens sehen."

Die Werke von Horst Kraemer sind in warmen, erdigen Farben gehalten und strahlen Ruhe aus. Den meisten liegt eine gewisse Symmetrie und Geometrie zu Grunde, was sie sozusagen "aufgeräumt" und unaufgeregt wirken lässt. Durch Experimentierfreudigkeit und manchmal auch Zufall entstand das ein oder andere Werk, beispielsweise das Bild mit dem Titel "Versammelt". Ursprünglich bestand es aus Streifen in Acryl auf Leinwand und dümpelte zwei Jahre in Kraemers Galerie herum, weil es ihm nicht gefiel. Dann holte er es wieder hervor und trug ganzflächig weiße Ölfarbe auf. Bevor die Farbe trocken war, kratzte er mit einer Radiernadel kreisförmig die Farbe auf.

Dadurch kamen die Streifen wieder an die Oberfläche, und ein neues Bild war entstanden. Bei einigen seiner Werke bedient er sich der Kartonschnitttechnik. Dabei werden Motive eingeschnitten, der Karton mit Farbe getränkt, Formen herausgehoben und wieder eingesetzt. Parallele Linien und gleichförmige Motive wie Rechtecke oder Ellipsen verleihen den Bildern ihre ruhige Ausstrahlung. Die Werke von Horst Kraemer sind noch bis zum 23. November zu besichtigen, donnerstags zwischen 17 und 19 Uhr.