Kunden stehen regelrecht Schlange

Kunden stehen regelrecht Schlange

St. Wendel. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will noch in diesem Jahr die Winterreifenpflicht durchsetzen. Doch die Abstimmung dazu im Bundesrat verzögert sich. Nötig geworden war eine Neuregelung nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg. Begründung: Der bisherige Gesetzestext sei zu schwammig

St. Wendel. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will noch in diesem Jahr die Winterreifenpflicht durchsetzen. Doch die Abstimmung dazu im Bundesrat verzögert sich. Nötig geworden war eine Neuregelung nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg. Begründung: Der bisherige Gesetzestext sei zu schwammig. Jetzt soll genau geregelt werden, bei welchem Wetter entsprechende Reifen vorgeschrieben sind. Eine feste Winterreifenpflicht für die gesamte kalte Jahreszeit ist dagegen nicht vorgesehen. Zu den Winterreifen sollen neben Reifen mit dem M+S Symbol auch Allwetterreifen zählen.Einige EngpässeObwohl das Gesetz noch nicht in Kraft ist, sorgt es bereits für großen Andrang bei den Reifenhändlern - aber auch für Sorgen, wie Bernhard Wenz, Chef des W&W Reifenservice in St. Wendel berichtet. "Ich kann mir vorstellen, dass in diesem Jahr einige Kunden leer ausgehen", klagt er. Seit Anfang Oktober stünden die Kunden Schlange, was darauf zurück, dass die Medien seit Monaten über das neue Gesetz berichteten. Im November rechnet er mit einem erneuten Ansturm. Eigentlich gut fürs Geschäft - wenn genug Reifen da wären. Wenz: "Der Reifennachschub ist schon seit Wochen im Stocken." Der Mangel sei auf eine falsche Prognose der Hersteller zurückzuführen. "Die haben kalkuliert, dass aufgrund der Abwrackprämie viele Bürger Neuwagen fahren, die bereits mit Winterreifen ausgestattet sind", erklärt Wenz. Deshalb sei weniger produziert worden. "Aber es gibt immer noch eine Menge Leute, die ihren alten Pkw fahren und jetzt Winterreifen brauchen." Besonders gefragt seien Reifen in den Größen 195/68/18 und 205/55/16. Nachschubprobleme gebe es bei allen Herstellern. Es fehlten nicht nur nicht Pkw-Reifen, auch Lkw-Reifen seien kaum noch zu bekommen. Eine kurzfristige Lösung des Problems ist nicht in Sicht. Wenz: "Die Hersteller produzieren jetzt zwar verstärkt, aber es wird wohl Dezember oder Januar bis Nachschub kommt." Im Moment könne er seinen Kunden noch Ausweichprodukte anbieten. "Aber Ende November geht wohl nichts mehr."Anders ist die Lage im Niederlinxweiler Autohaus Kauth. "Bisher haben wir keine Engpässe zu vermelden", sagt Inhaber Norbert Kauth. Auch ein verstärkter Andrang im November sei nicht zu bemerken. "Ich denke, dass bei uns der größte Betrieb schon vorbei ist", urteilt Kauth. Die Kunden hätte sich in diesem Jahr früher als gewohnt um ihren Reifenwechsel gekümmert, um auf Nummer sicher zu gehen, wenn die Neuregelung kommt. Um vorbereitet zu sein, habe Kauth mehr Reifen als in den Vorjahren bestellt.Eine Winterreifenpflicht halten beide Experten für sinnvoll. "Zu viele Unfälle und Staus gehen darauf zurück, dass im Winter Fahrzeuge mit den falschen Reifen unterwegs sind", argumentiert Wenz. Allerdings sei es mit Winterreifen allein nicht getan. Um effektiv zu sein, dürfen die Winterreifen nicht älter als 6 Jahre sein. Kauth: "Außerdem sollte die Profiltiefe mindestens noch drei, besser vier Millimeter betragen."

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