1. Saarland

Kultur, Kreativität und Kulinarisches

Kultur, Kreativität und Kulinarisches

Alle zwei Jahre gibt es einen Termin, den keiner im Viertel verpassen will. Weshalb gestern trotz Aprilwetters jede Menge los war beim 4. Viertelfest der Bürgerinitiative Neunkirchen-Stadtmitte.

. So einladend die bunten Liegestühle am Rand der Schloßstraße auch wirkten: Beim gestrigen 4. Viertelfest blieben sie nass und leer. Denn das Wetter meinte es nicht besonders gut mit der Bürgerinitiative Neunkirchen-Stadtmitte. Gemeinsam mit 34 Vereinen, Verbänden und Gruppierungen hatten die neun Organisatoren der Bürgerinitiative trotzdem ein tolles Nachbarschaftsfest auf die Beine gestellt.

Unbeeindruckt von den garstigen Regenschauern tobten die Kids mit allem was zwei, drei oder vier Räder hat über kleine Pisten. "Dass so viele mitmachen, hätte ich gar nicht gedacht", meinte Marc Oster vom Jugendcafé, das dieses Angebot zusammen mit den Streetworkern des Landkreises stellte. Während die Fahrradhelme wenigstens das gröbste Nass von oben abhielten, waren die aus alten SZ-Ausgaben am Stand der Lebenshilfe kunstvoll recycelten Papierhüte nur während der sonnigen Abschnitte tragbar.

Das Warten darauf konnte man sich trefflich mit Kultur vertreiben. Und zwar nonstop: Angefangen vom Ständchen des Fanfarenzuges 1993 Neunkirchen und den Jahreszeitentänzen der Minis aus dem Kindergarten Talstraße über Gitarrenmusik und Folkloretänze bis hin zu Mariechen-Auftritten der Daaler und Madri gal-Gesang aus dem 16. und 17. Jahrhundert, vorgetragen vom Chor Vox Populi. Besonders gut kamen die Grundschüler der Parkschule mit ihrem multikulturellen Liedprogramm an. Ihre Eltern, darunter Kurden, Palästinenser und Algerier, mixten derweil Kindercocktails am Stand des Fördervereins. Damit befanden sie sich in direkter Konkurrenz zum THW, welches erstmals mitwirkte: "Eigentlich aus Zufall", verriet Jugendbetreuerin Isabel Albrecht. "Wir wurden gefragt, ob wir die Stromversorgung übernehmen." Prompt wollte die THW-Jugend selbst etwas beisteuern und so wurde ein Cocktailwagen ausgeliehen. Dort bereiteten die Junghelfer "Scheren-Spreizer"-Drinks oder "Heros-Spezials" zu. Alkoholfrei, versteht sich.

Das kreativste Bastelangebot kam vom Mehrgenerationenhaus-Team: Mini-Gärten im Schuhkarton mit Bänkchen und Zäunen aus Eis-Stielen, passend zum Interkulturellen Nachbarschaftsgarten, der in der Röntgenstraße entsteht.

Auch kulinarisch wurde immens viel geboten: Allein das Buffet der Türkisch-islamischen Gemeinde war riesig. Wie immer gab's höchst moderate Preise, manches sogar, wie die Obstspieße beim Kreisjugendamt, kostenlos. "Schließlich sind wir hier ein Brennpunkt", so Friedemann Thinnes von der Bürgerinitiative.

Statt Standgebühr spendierten alle Beteiligten Preise für die Tombola. Einziges Manko: "Die lange Tafel in der Mitte konnten wir regenbedingt leider nicht aufbauen." Logisch, was sich das Orga-Team für das 5. Viertelfest 2015 wünscht.