Künstlerische Freiheit steht an erster Stelle

Saarbrücken/Sulzbach. "Ich fühle mich in erster Linie der Ästhetik verpflichtet." Nicht der intellektuelle Überbau reizt ihn, der "L'art pour l'art"-Gedanke liegt ihm näher. Martin Steinert, 1959 in Saarbrücken geboren, verfolgt ein breites künstlerisches Spektrum. Ursprünglich kommt er von der Bildhauerei

Saarbrücken/Sulzbach. "Ich fühle mich in erster Linie der Ästhetik verpflichtet." Nicht der intellektuelle Überbau reizt ihn, der "L'art pour l'art"-Gedanke liegt ihm näher. Martin Steinert, 1959 in Saarbrücken geboren, verfolgt ein breites künstlerisches Spektrum. Ursprünglich kommt er von der Bildhauerei. Die erlernte er in einem saarländischen Steinmetzbetrieb und sollte im Lauf seines Lebens auch aus profanen Gründen auf das hier erworbene Handwerk zurückgreifen: um mit der Herstellung von Grabsteinen einige Semester Kunstgeschichte beziehungsweise Mitte der 80er Jahre seine Galerie für zeitgenössische Kunst in Saarbrücken zu finanzieren. Stein ist seit 30 Jahren sein Material, vor zehn Jahren etwa entdeckte Steinert auch sein Faible für Glas. Die Techniken des Schmelzens, der Formung und Farbgebung eignete er sich bei diversen Lehrmeistern an. Seit zweieinhalb Jahren gehören nun auch Holzskulpturen zu seinem Programm. Steinert produziert Objekte, Möbel, Schalen, Vasen, Plastiken und Leuchten; darunter auch Auftragsarbeiten, die er als Herausforderung betrachtet. Eine Vielseitigkeit, die ihm von Kollegen oft angekreidet werde. Doch was er macht, ist für Steinert eher zweitrangig: "Wichtig war mir immer, dass ich kreativ und frei von Zwängen arbeiten konnte." Momentan liegt sein Schwerpunkt auf Holzskulpturen in Kombination mit Malerei. Durch die Bemalung, die Steinert wie einen Stoff über das Holz legt, erhalten die Plastiken eine keramikartige Anmutung, doch bleiben natürliche Maserung und Risse klar erkennbar. In organischer Formgebung, aus dem gewachsenen Stamm geschnitten oder in Teile-Konstruktion, entstehen so Skulpturen aus Körper und Hülle mit deutlicher Linienführung und Körperspannung. Seine Werke stellt Steinert in zwei Ateliers her: Seit Juni hat er ein Standbein im KuBa (Kulturzentrum am Eurobahnhof); seit 1999 arbeitet er in der Alten Kapelle in Sulzbach, die er mittlerweile mit ein paar Leuten aus dem Kunstverein Sulzbach als Gemeinschaftsatelier betreibt. Der Kunstverein ist, zusammen mit der Stadt Sulzbach und in Kooperation mit dem Regionalverband Saarbrücken, auch Veranstalter der 4. Sulzbacher Glaskunsttage: Von heute bis 1. November spannen 25 Glaskünstler, Glaskunsthandwerker und Händler aus der Region und aus Deutschland, Tschechien, Frankreich und Luxemburg einen Bogen von traditionellen Herstellungsmethoden zu experimenteller Glaskunst. Initiiert und erstmals organisiert wurde dieses dreitägige Festival der Glaskunst von Martin Steinert: Die erste Ausgabe vor vier Jahren stemmte er quasi im Alleingang. kek4. Sulzbacher Glaskunsttage: heute, Freitag, 30. Oktober, 17 Uhr bis Sonntag, 1. November, Aula Sulzbach, Gärtnerstraße 12. Die Ausstellung dazu läuft bis 22. November, Mi-Fr 16-19, So 14-18 Uhr.

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