1. Saarland

Kritik an Gutachten aus Nordrhein-Westfalen zur PCB-Reduzierung im Grubenwasser

Grubenwasser : Kritik an Gutachten zur PCB-Reduzierung im Grubenwasser

Das Ergebnis eines Gutachtens aus Nordrhein-Westfalen, das zur Reduzierung des Umweltgiftstoffs PCB ein Ansteigen des Grubenwassers in ehemaligen Bergwerken empfiehlt (wir berichteten), ist bei den Grünen und dem Umweltverein ProH2O auf heftige Kritik gestoßen.

Die Generalsekretärin der Saar-Grünen, Barbara Meyer-Gluche, erklärte: „Aus unserer Sicht sind diese Ergebnisse nicht auf die saarländische Situation übertragbar. Es kommt hier auf viele verschiedene Faktoren an, auch darauf, in welchen Tiefen das PCB sich befindet und wie sich der Grubenwasseranstieg gestalten soll.“ Im Saarland sei der Grubenwasseranstieg in eine Höhe geplant, bei der eine Trinkwasserverunreinigung nicht ausgeschlossen werden könne. „Wenn das Grubenwasser in trinkwasserführende Schichten eindringt, ist es egal, ob es stark oder weniger stark mit PCB belastet ist.“ Schon deshalb dürften die Ergebnisse des Gutachtens nicht auf das Saarland übertragen werden, so Meyer-Gluche. Zudem berge der Grubenwasseranstieg Risiken: Erderschütterungen, Hebungen, Senkungen, Ausgasungen und Vernässungen. „Diese Gefahren haben mit der PCB-Belastung des Grubenwassers nichts zu tun“, so die Grünen-Politikerin. Um die PCB-Belastung zu senken, fordern die Grünen eine Reinigung des Grubenwassers, bevor es in die Oberflächengewässer eingeleitet wird.

Illingens Bürgermeister Armin König (CDU) vom Umweltverein ProH2O erklärte: Das NRW-Grubengutachten sei „völlig unbrauchbar, um Grubenflutung im Saarland zu legitimieren“. Es habe keine Relevanz in der Genehmigungsfrage und besitze keine Allgemeingültigkeit. Zudem lege das Gutachten offen, „dass in den Sedimenten noch enorme Giftmengen lagern. Im Saarland wurde dies bisher gar nicht untersucht“, kritisierte König. Ferner berücksichtige die Studie nicht „Einwände gegen die Grubenflutung wie Trink- und Grundwassergefährdung, Hebungen, Senkungen, Tektonik und Radon“. König und der ProH2O-Mitvorsitzende Hubert Ulrich (Grüne) halten „den Verweis auf das Gutachten für ein Ablenkungsmanöver. Damit würden freiwillig oder unfreiwillig die penetranten Versuche der RAG unterstützt, mit einer Grubenflutung die großen PCB-Probleme im Oberflächenwasser zu kaschieren.“