Kritik an Bildungsgutscheinen für arme Kinder im Kooperationsrat

Kritik an Bildungsgutscheinen für arme Kinder im Kooperationsrat

Saarbrücken. Die von der Bundesregierung geplanten Bildungsgutscheine für Kinder aus Hartz-IV-Familien sind im Kooperationsrat des Regionalverbandes auf Kritik gestoßen

Saarbrücken. Die von der Bundesregierung geplanten Bildungsgutscheine für Kinder aus Hartz-IV-Familien sind im Kooperationsrat des Regionalverbandes auf Kritik gestoßen. Werner Jenal, Geschäftsführer der Arge Saarbrücken, die die Hartz-IV-Empfänger in der Region betreut, stellte die Frage, wie mit zehn Euro pro Kind und Monat denn die Mitgliedschaft im Verein oder Freizeitaktivitäten finanziert werden sollen. Diese Gutscheine könnten künftig auch die Landkreise an die Hartz-IV-Familien verteilen, sagte Jenal. Das würde aber einen großen Teil der Verwaltungsausgaben verschlingen. Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD) meinte, es sei klüger, in Ganztagsschulen statt in Bildungsgutscheine zu investieren. Mit diesen Sachleistungen will die Bundesregierung unter anderem sicherstellen, dass Kinder aus Hartz IV-Familien auch Sport im Verein treiben können und ein Mittagessen in der Schule bekommen. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz plädierte auch mit dem Hinweis auf die Probleme bei der Schulbuchausleihe dafür, lieber den Schulen einen festen Betrag zur Verfügung zu stellen. Denn die wüssten am besten, welche Schüler Hilfe bräuchten. Zuvor hatte Regionalverbandsdirektor Peter Gillo noch einmal dafür plädiert, dass der Regionalverband künftig die Hartz-IV-Empfänger allein betreut und die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit in der Arge beendet. Britz wollte Gillo nicht bedingungslos folgen und warnte davor, den Bund aus der Verantwortung für die Arbeitslosigkeit zu entlassen. Britz: "Es ist die Aufgabe des Bundes, die Kommunen zu unterstützen." Claudia Willger-Lambert von den Grünen ermutigte dagegen Gillo, das so genannte Optionsmodell anzustreben. Die Regionalversammlung wird darüber im November entscheiden. Das letzte Wort hat dann die Landesregierung.

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