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Kreistag stimmt für NationalparkSaarland bekräftigt Interesse am Park

Kreistag stimmt für NationalparkSaarland bekräftigt Interesse am Park

Der Landkreis St. Wendel befürwortet einen grenzüberschreitenden Nationalpark Hochwald. Einer entsprechenden Absichtserklärung stimmte der Kreistag zu. Allerdings müssten noch einige Dinge auf dem Weg dahin geklärt werden.

St. Wendel. Die rot-grüne Landesregierung in Rheinland-Pfalz sucht einen Nationalparkstandort. Daran interessierte Regionen konnten sich beim Mainzer Umweltministerium melden. Einer, der sich um das Projekt bewarb, ist der benachbarte Landkreis Birkenfeld. Er ging mit dem Konzept Nationalpark Hochwald-Idarwald ins Rennen. Dieser könnte über die Landesgrenze hinweg bis ins St. Wendeler Land reichen. Unter anderem der Dollberg mit Hunnenring befinden sich in diesem Gebiet.Diese Idee eines länderübergreifenden Parks stößt beim Landkreis St. Wendel, bei den tangierten Gemeinden Nohfelden und Nonnweiler sowie der Saar-Regierung auf Interesse.

Noch hat sich die rheinland-pfälzische Landesregierung nicht festgelegt. Gerade deshalb stimmte der St. Wendeler Kreistag für eine Standortwahl nahe der eigenen Region.

Der Nationalpark Hochwald könnte eine Fläche bis 10 000 Hektar umfassen, sagte Landrat Udo Recktenwald (CDU) dem Kreistag. Demzufolge liegen 925 Hektar auf saarländischem Gebiet. Fast ausschließlich handele es sich um Flächen im Besitz von Saarforst, somit des Landes. Das erleichtere etwaige Nationalpark-Pläne. "Ein solcher Nationalpark ist ein Premiumprodukt des Naturschutzes", unterstrich der Landrat. Die Region werde bekannter, zum Vorteile für den Tourismus.

In der Vorlage der Kreisverwaltung heißt es dazu: "Der Landkreis St. Wendel könnte von diesem Premiumprodukt einer nachhaltigen Entwicklung erheblich profitieren, vor allem im Hinblick auf die Entstehung des Ferienparkes am Bostalsee. Der Hunnenring als touristisches Highlight des St. Wendeler Landes, der derzeit durch den Keltenpark weiter aufgewertet wird, könnte zu einem hervorragenden Alleinstellungsmerkmal werden und die Keltenvergangenheit als Schwerpunktthema des Nationalparks Hochwald dienen. Gleichzeitig wäre hier eine südliche Eintrittspforte mit hervorragender Verkehrsanbindung gegeben."

Im weiteren Verfahren fordert der Landkreis St. Wendel, Bürger angrenzender Orte frühzeitig an den Plänen zu beteiligen. Zudem dürfe der Naturschutz die touristische Nutzung des Hunnenringes, der Primstalsperre und in den betroffenen Gemeinden beschränken. Der Landkreis will zudem wissen, wie sich ein möglicher Park finanziell auswirke und ob der Wald in dem Gebiet weiterhin wie gehabt genutzt werden könne..Gebe es womöglich Änderungen im Jagdrecht?.

"Heute sollten wir das Signal aussenden, dass wir den Nationalpark grundsätzlich unterstützen", sagte Recktenwald. "Wir tragen die grundsätzliche Entscheidung mit", betonte für die CDU-Fraktion Friedbert Becker. "Die Idee hat Charme", betonte SPD-Fraktionschef Magnus Jung. Jetzt müsse es schnell zu offiziellen Gesprächen mit Rheinland-Pfalz kommen. Für Lars Schlaup (Grüne) ist der Park eine Herzenssache: "Ich freue ich, dass wir im Kreistag dieses Signal geben."

Mit dem geplanten Nationalpark befasste sich gestern Abend bis nach Redaktionsschluss der Nohfelder Gemeinderat. Morgen steht er in Nonnweiler auf der Tagesordnung. Der Rat will ab 18 Uhr in der Sitzerather Benkelberghalle unter anderem darüber beraten.

St. Wendel/Saarbrücken. Das Saarland unterstützt einen länderübergreifenden Nationalpark. Das geht aus einer Mitteilung der Umweltministerin Anke Rehlinger (SPD) hervor. In einem Brief an ihre rheinland-pfälzische Amtskollegin Ulrike Höfken (Grüne) bekräftigte Rehlinger das Interesse des Saarlandes am Projekt. Bereits im CDU-SPD-Koalitionsvertrag sei die grundsätzliche Bereitschaft festgehalten.

Rheinland-Pfalz zog die Region Hochwald-Idarwald als Standort für einen Nationalpark in die engere Wahl. "Hier wäre es uns möglich, im unmittelbaren Anschluss nach Süden eine Fläche von knapp 1000 Hektar einem grenzüberschreitenden Nationalpark zu widmen", schrieb Rehlinger. "Die Voraussetzungen für einen Einstieg in das Projekt werden wir natürlich im Vorfeld mit dem Landkreis St. Wendel und den betroffenen Gemeinden Nonnweiler und Nohfelden erörtern und eng abstimmen.". Landrat und Bürgermeister zeigten sich ebenfalls aufgeschlossen.

"Um die Bedingungen zu klären, werden wir zeitnah das Gespräch mit der Regierung in Mainz suchen", kündigte Rehlinger an. red