1. Saarland

Kreisel soll lange Staus beenden

Kreisel soll lange Staus beenden

Die rot-rot-grüne Stadtratskoalition befürwortet den Bau eines Kreisels in Fechingen, um die Verkehrsprobleme in den Griff zu bekommen, hofft aber auf Zuschüsse.

Baut die Stadtverwaltung an der Ecke Provinzialstraße/An der Heringsmühle in Fechingen einen Kreisel für rund 800 000 Euro? Stadtpressesprecher Thomas Blug erklärt, nach mehreren Untersuchungen sei die Verwaltung zu dem Schluss gekommen, dass ein Kreisel am geeignetsten wäre, das hohe Verkehrsaufkommen besonders im Berufsverkehr in den Griff zu bekommen.

Geplant sei, dass der Verkehr aus Richtung Brebach kommend in der Provinzialstraße im Kreisel auf zwei Spuren in Richtung Fechingen und in Richtung An der Heringsmühle (L 108) und von dort weiter nach Ensheim und Flughafen geführt wird. Noch nicht geklärt sei, ob es für den Verkehr von der L 108 in Richtung Brebach und Autobahnzubringer eine Sonderspur, im Fachjargon "Bypass" genannt, neben dem Kreisel geben wird, sagte Blug. Von dieser Spur würden sich die Autofahrer dann in den Verkehr einfädeln. Diese Lösung wäre teurer, sei aber die einzige Möglichkeit, die Verkehrsprobleme am Morgen zu beseitigen. Die kleine Variante ohne "Bypass" koste zwischen 550 000 und 600 000 Euro. Bereits in diesem Jahr hatte der Stadtrat im Haushalt rund 569 000 Euro für den Kreisel reserviert. Welche der beiden Varianten gebaut wird, sei noch nicht klar, sagt Blug. Die Stadt habe beim Land einen Antrag auf einen 75-prozentigen Zuschuss nach dem Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz (GVFG) gestellt. Eine Entscheidung soll nach Angaben Blugs Anfang 2014 fallen.

Auch das Votum des Stadtrats stehe noch aus. Günter Karcher, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, befürwortet die große Lösung. Die koste die Stadt nur 50 000 Euro mehr als die kleine Variante, wenn die Zuschüsse des Landes aus dem GVFG-Topf des Bundes fließen. Karcher argumentiert, auch das Land profitiere von dem Kreisel. Denn die L 108 führe zum Flughafen Ensheim. Er forderte aber, dass die Verwaltung bei der Finanzierung auch den Betreiber des Netto-Marktes in der Provinzialstraße mit ins Boot holen müsse. Guido Vogel-Latz (Grüne) erklärt, nur die große Lösung mache Sinn. Die Grünen würden dem aber nur zustimmen, wenn die Zuschüsse fließen.

Auch für die Linke ist dieser Punkt sehr wichtig, teilte Fraktionsgeschäftsführer Martin Sommer mit. Die Fraktion sei generell dafür, in Fechingen einen Kreisel zu bauen, habe sich aber noch nicht für eine Variante entschieden. Das sei nun Thema in den Haushaltsberatungen der rot-rot-grünen Koalition. Sommer: "Uns ist eine ordentliche Lösung für die Fechinger wichtig." Nach den derzeitigen Planungen der Stadtverwaltung wird der Kreisel ohne eine Zusatzspur für den Verkehr von der L 108 rund 3700 Quadratmeter groß. Bei der Berechnung der Kosten sei das Bauamt davon ausgegangen, dass der Straßenbelag komplett neu gemacht werden müsse, teilt die Verwaltung mit. Sollte ein "Baugrundgutachten" etwas anderes ergeben, könnten die Kosten noch sinken. Die genannten Beträge seien für einen Kreisel dieser Größe üblich. Die Verkehrsbelastung ist an dieser Stelle sehr groß. So würden zwischen sieben und acht Uhr morgens 720 Fahrzeuge von der L 108 in Richtung Brebach und Autobahn auf die Provinzialstraße einbiegen. Das hat die Bauverwaltung in einem Gutachten errechnet, das auf Grundlage einer Verkehrszählung 2008 das Verkehrsaufkommen simuliert. 670 weitere Fahrzeuge kämen hinzu, die aus Fechingen in Richtung Stadt fahren. Von den insgesamt 1390 Autos würden an der Ampel 910 Fahrzeuge links in Richtung Autobahn abbiegen, der Rest nach Brebach fahren. Nachmittags würde zwischen 16.30 und 17.30 Uhr eine ähnlich große Zahl in umgekehrter Richtung fahren.