1. Saarland

Kreis spart mit neuer Heizung Geld

Kreis spart mit neuer Heizung Geld

Gut 40 000 Euro im Jahr will der Landkreis Merzig-Wadern als Schulträger künftig durch die Erneuerung der gemeinsamen Heizungsanlage für die Parkschule, das Berufsbildungszentrum und die Thielspark-Sporthalle in der Von-Boch-Straße in Merzig sparen.

Der Kreisausschuss hat jetzt einmütig dem Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung mit den Stadtwerken Merzig zugestimmt. Dieser neue "Contracting-Vertrag" tritt an die Stelle jener Vereinbarung, die seit 1991 besteht, ist aber inhaltlich deutlich anders konzipiert. Die alte Regelung war so gestaltet, dass die Stadtwerke seinerzeit die Investitionskosten für die gemeinsame Heizzentrale der Gebäude (von denen die Parkschule damals noch in Trägerschaft der Stadt war) übernahmen und über eine jährliche Ratenzahlung des Kreises zurückerstattet bekamen. Im Vertrag mit enthalten waren auch Wartung und Betrieb der Anlage durch die Stadtwerke. Nach rund 15 Jahren waren nach Auskunft des Kreis-Finanzdezernenten Franz-Josef Wagner die Kosten refinanziert, die Raten sanken entsprechend, die Heizungsanlage blieb aber danach noch im Eigentum der Stadtwerke.

Allerdings gab es seit einigen Jahren technische Probleme mit der alten Anlage: So war das dazu gehörende, mit Erdgas betriebene Blockheizkraft vor zwei Jahren mit einem Totalschaden ausgefallen. Die Energie- und Wärmeversorgung der Gebäude wurde seither allein über zwei Gasheizkessel gesichert. Doch auch die erwiesen sich als zunehmend reparaturanfällig, erläuterte gegenüber der SZ Michael Klauck, Leiter der Bauverwaltung beim Kreis.

Austausch dringend geboten Ein Austausch der Anlage war dringend geboten. Hier habe der Kreis sich nun entschieden, vom früheren "klassischen" Contracting-Modell abzuweichen, sagte Wagner. Beim Austausch der Heizung wird nun der Kreis die Investitionskosten tragen und somit Eigentümer der Anlage werden. Diese wird, da die Technik inzwischen enorme Fortschritte gemacht hat, im Betrieb deutlich weniger Gas verbrauchen. Dadurch, dass auch in der neuen Anlage ein Blockheizkraftwerk vorgesehen ist, über das im Zuge der Kraft-Wärme-Kopplung Energie erzeugt werden kann, kommt der Kreis zudem in den Genuss von Zuschüssen, erläutert Klauck: "Für den selbst erzeugten Strom bekommen wir eine Vergütung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz."

Durch die Verlegung eines zusätzlichen Leitungskabels von der Parkschule, wo die Heizungsanlage aufgebaut wird, in die Thielsparkhalle kann der Kreis künftig alle Gebäude mit dem selbst erzeugten Strom versorgen - somit wird auch der Stromverbrauch gesenkt. Zwar fallen die Invesitionskosten dadurch etwas höher aus, aber die Wirtschaftlichkeit ist dafür auch besser.

Den Stadtwerken obliegt nach dem neuen Vertrag die Wartung und der Betrieb der Anlage. Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich: "In ihrem Besitz verbleibt zudem das Leitungsnetz." Nun müssen noch die erforderlichen Investitionskosten in einer geschätzten Größenordnung von mehreren 100 000 Euro in den Kreishaushalt eingestellt werden, damit der Kreis die Neuanschaffung ausschreiben kann. Die Montage der neuen Anlage soll nach Angaben von Klauck im Sommer 2014 erfolgen. Finanzdezernent Wagner: "Das wird für uns deutlich billiger als der bisherige Vertrag."