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Kramp-Karrenbauer: Berlin und Paris können voneinander lernen

Kramp-Karrenbauer: Berlin und Paris können voneinander lernen

Seit knapp einem Jahr ist Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) auch Beauftragte der Bundesregierung für deutsch-französische Integrationsprojekte. „Beide Länder haben großes Interesse daran, dass die Integration der Menschen mit Migrationshintergrund gelingt“, sagte sie am Donnerstag bei der Union Stiftung.

Frankreich nehme zwar viel weniger Flüchtlinge als Deutschland auf, 2015 sei das Land aber gleich zwei Mal von Terroristen angegriffen worden, die in Frankreich und Belgien aufgewachsen waren. "Man kann nicht ein System auf das andere übertragen, aber die Lösungsansätze sind vergleichbar", so Kramp-Karrenbauer. Die sogenannten "Stadtteilmütter" in den französischen Banlieues leisteten die gleiche sinnvolle Integrationsarbeit wie Sozialarbeiter in Deutschland. Sowohl im Sozial- als auch im Bildungsbereich sei der persönliche Kontakt der Schüssel zur Integration.

Der Austausch zwischen beiden Ländern sei hilfreich, um eigene Vorstellungen zu hinterfragen. "In Deutschland hat man geglaubt: Wer die Sprache gelernt hat, wird schnell integriert. Das Beispiel Frankreichs zeigt, dass dem nicht so ist. Dort gibt es kaum Sprachprobleme , aber die zweite und dritte Einwanderergeneration aus dem Maghreb fühlt sich genauso schlecht integriert wie die erste", nannte sie ein Beispiel.

In Deutschland, wo Religion in der Öffentlichkeit dazu gehöre, habe man hingegen mehr Erfahrung mit konfessionellen Belangen. Trotz des unterschiedlichen Umgangs mit Religion in beiden Ländern könne man zusammen an Lösungen arbeiten. Eine interessante Überlegung sei etwa eine gemeinsame Imam-Ausbildung, damit auf Deutsch und Französisch und im Einklang mit den republikanischen Werten gepredigt wird.