1. Saarland

Krämpfe beim Kartoffelfest

Krämpfe beim Kartoffelfest

Saarbrücken. Bis gegen 15 Uhr war gestern in Bischmisheim die Welt in Ordnung. Das fünfte Erntedank- und Grumbeerfeschd hatte wie in den Jahren zuvor viele Tausend Besucher angelockt. Die Stimmung war gut. Dann meldeten sich die ersten Festbesucher bei den Leuten vom Roten Kreuz. Sie klagten über Magenkrämpfe und Kreislaufprobleme, einige mussten sich erbrechen

Saarbrücken. Bis gegen 15 Uhr war gestern in Bischmisheim die Welt in Ordnung. Das fünfte Erntedank- und Grumbeerfeschd hatte wie in den Jahren zuvor viele Tausend Besucher angelockt. Die Stimmung war gut. Dann meldeten sich die ersten Festbesucher bei den Leuten vom Roten Kreuz. Sie klagten über Magenkrämpfe und Kreislaufprobleme, einige mussten sich erbrechen.Wenig später hatte das Rote Kreuz acht Patienten in Krankenhäuser gebracht. "Es waren keine lebensbdrohlichen Dinge", sagt Rot-Kreuz-Sprecher Helge Gilcher. Aber weil die Helfer den Verdacht hatten, dass es sich um eine Lebensmittelvergiftung handelte, forderten sie Verstärkung an. Zusammen mit dem Arbeiter Samariterbund, der freiwilligen Freuerwehr Bischmisheim und der Saarbrücker Berufsfeuerwehr habe man schnell zwei Zelte als Anlaufstellen eingerichtet, berichtet Gilcher.Schnell waren Polizei und Gesundheitsamt vor Ort. Die Polizei bestätigte am Abend, dass es sich um Lebensmittelvergiftungen gehandelt hat. Was die Ursache war, sei bekannt, "aus ermittlungstechnischen Gründen" und um weitere Beweise zu sammeln, wolle man dazu erstmal nichts sagen, hieß es bei der Polizei. Entlang der Wege auf dem Fest haben die Beamten 21 Stationen/Verkaufsstände und vier Gasthäuser gezählt. Das Landesamt für Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz hat die Ermittlungen übernommen. Sicher ist aus Sicht der Polizei, dass sich mehr Menschen vergiftet haben, als von den Hilfskräften und der Polizei registriert worden sind. Elf erkrankte Frauen und Männer wurden noch auf dem Fest behandelt. Drei weitere hatten sich später telefonisch bei der Polizei gemeldet. "Nach Aussage des Leitenden Notarztes dürfte es sich aber um eine bakterielle Lebensmittelvergiftung handeln, die erfahrungsgemäß einen eher leichten Verlauf hat", teilt die Polizei mit.Für den Kulturring war die Aufregung, die von einem der vielen Stände ausging, ein Schock. Zwar hatte die überwiegende Mehrheit der Festbesucher das Treiben am Ortsrand genossen, aber plötzlich wurde fast nur noch über die Lebensmittelvergiftungen gesprochen. Der Kulturring reagierte auf den Vorfall, indem er die Abschlussfeier absagte.Das Kartoffelfeuer wurde nicht entzündet und auch ein Konzert wurde abgesagt. Lediglich der Kinderchor trat auf. "Die Kinder haben dafür lange geübt", man wolle ihnen das Fest nicht vermiesen, erklärte der Vorsitzende des Kulturrings, Delf Slotta. Gerüchte, wonach die Polizei das Festgelände absperrt und dort keine Gäste mehr hinlässt, erwiesen sich als falsch. "Das ist eins der schönsten Feste", sagte ein Beamter. "Es gibt keinen Grund, wegen dieser Sache da nicht mehr hinzugehen."