1. Saarland

Kopernikus-Saal in Dillingen ist fertig

Kopernikus-Saal in Dillingen ist fertig

Etwa 4200 Lichtpunkte leuchten an der Decke des neuen Kopernikus-Saals in der Odilienschule in Dillingen. Mit ihnen kann der Sternenhimmel nachgebildet werden, wie er von Dillingen aus zu sehen ist.

Dunkel ist es am Mittwochvormittag im Kopernikus-Saal der Odilienschule. Stimmungsvolle Instrumentalmusik kommt aus acht Lautsprechern, während an der gewölbten tiefblauen Decke der Große Wagen aufscheint. Zwölf Tierkreiszeichen bilden einen Ring, und in roten Lichtpunkten leuchtet die Milchstraße. Er ist nun fertig, der Kopernikus-Saal, und man wird weit fahren müssen, um etwas ähnliches zu finden.

275 000 Euro hat seine Installation gekostet. 215 954 Euro steuerte das Konjunkturpaket bei.

Die Idee zum Kopernikus-Saal hatte 2007 der frühere Schulleiter Georg Kunz: Um Kindern die Sterne und das Weltall auf faszinierende Weise näher zu bringen. Inzwischen ist auch Astronomie-Experte Gernot Meiser mit im Boot. Der Sternenhimmel wurde auf ein Blatt Papier von etwa 60 mal 130 Zentimetern gezeichnet, erklärte Christoph Diversy, zuständig für die technische Umsetzung. Parallel entstand eine tiefer gehängte Deckenkonstruktion aus Metallstreben und 31 Einzelplatten. Schließlich wurde die Vorlage hochkopiert auf die Maße der Decke und an ihr befestigt. Eine gelenkige Abiturientin zwängte sich in den Raum über der Zwischendecke und steckte 0,75 Millimeter dünne Glasfasern an den Sternpositionen durch die Platten. "Jede Platte ist einzeln verkabelt und mit einer drei Millimeter dicken Schalldämmung besprüht worden", sagte Diversy.

Der multifunktional nutzbare Saal hat etwa 200 Quadratmeter mit um die 100 Sitzplätzen. Die gewölbte Decke ist 19 Meter lang und neun Meter breit. An ihr leuchten rund 4200 Lichtpunkte, sie sind die Enden von insgesamt 40 000 Metern Glasfaserleitungen. Eine Leinwand mit 5,2 Metern Diagonale ist für Filme und Präsentationen. Der Kopernikus-Saal werde nach den Sommerferien in den Unterricht der Odilienschule integriert, sagte Schulleiterin Michaela Dörr. Auch andere Schulen im Saarland und die Öffentlichkeit sollen ihn nutzen können, betonte Bürgermeister Berg.